Die Entstehung eines PERRY-Romans (5)

Während der kommenden Wochen werd ich über die Arbeit an meinem nächsten PERRY RHODAN-Roman erzählen. Diese kleine Blog-Serie soll über die einzelnen Arbeitsschritte, über Leid und Freud beim Schreiben informieren, über Hemmnisse und Hindernisse und Erfolgserlebnisse. 

Die gestrige Schreibleistung war nicht sonderlich berauschend. Das hat damit zu tun, daß ich nochmals am Romaneinstieg herumgedoktert habe und daß ich mich um andere Arbeiten kümmern mußte (etwa die Hälfte meiner Zeit gehört Dingen, die nicht unmittelbar mit dem Schreiben zu tun haben. Das ist manchmal zum Verzweifeln.)
Ich nehme mir vor, pro Tag etwa 10.000 Zeichen (ohne Leerzeichen) zu tippen. Das ist vergleichsweise wenig, wenn ich mich mit Kollegen vergleiche. Aber offen gesagt: Ich schaffe selten mehr. Nach einer Weile ist mein Kopf leer und ich brauch wieder ein paar Stunden, um die Batterien aufzuladen. Natürlich kommt es vor, daß ich auf Druck das Doppelte oder gar das Dreifache schreibe (vor allem, wenn ein Abgabetermin dräut), aber danach bin ich zumindest einen Tag lang nicht mehr zu gebrauchen. Also achte ich auf eine gewisse Regelmäßigkeit und darauf, daß die Qualität dieser 10.000 Anschläge passabel ist.

Zumindest konnte ich das, was ich bislang getippt habe, schon recht sauber machen. Fehler ausbügeln, an Begriffen feilen, den Charakter meines Protagonisten ein bißl besser ausdefinieren, die Welt rings um ihn erklären, schöne Begrifflichkeiten finden. Das sind oftmals bloß ein paar Worte da und dort – aber die verbessern halt die Qualität.

Das mit der Qualität ist auch so eine Sache. Kreativität ist schwerlich meßbar. Es kommt immer wieder vor, daß mir ein Redakteur Schlampigkeiten und Nachlässigkeiten vorwirft oder daß eine Idee nicht sauber/konsequent ausgeführt wurde. Manchmal bin ich auch nicht so inspiriert, wie ich es gerne wollte. Der Geist ist nun mal keine Maschine, die immer gleich gut funktioniert.

Auf einem Nebenschauplatz zur Arbeit an meinem Manuskript hatte ich gestern dann noch ein – kleines – Erfolgserlebnis. Mein Vorschlag für Titel und Untertitel wurden vom PERRY-Redakteur angenommen.
Einen passenden Titel zu finden, das fällt mir irrsinnig schwer. Er soll exotisch/spannend klingen und zum Kauf verlocken. Romantitel und Titelbild erzeugen auf dem ersten Blick Interesse – oder auch nicht. Man könnte glauben, daß das bei einer treuen Stammleserschaft wie bei PERRY RHODAN keine große Rolle spielt – aber wir alle, die wir für die Serie arbeiten, wollen Bestmögliches abliefern. Das gilt auch für scheinbare „Kleinigkeiten“ wie Titel und Untertitel.
Untertitel … seufz. Noch so ein Anachronismus, der bei PERRY RHODAN liebevoll gepflegt wird. Es wird auch immer wieder darüber nachgedacht, vor allem von Redaktionsseite. Soll der Zweizeiler auf der Titelseite drauf sein oder nicht? Ist er relevant, brauchen wir ihn überhaupt noch?
Die Untertitel haben eine gewisse Funktion. Sie sollen Neugierde und Vorfreude aufs Lesen weiter erhöhen und zum Spekulieren anregen. Das versteh ich alles. Aber für mich ist es die pure Hölle, mir einen schönen Zweizeiler auszudenken. Ich wäre ein denkbar schlechter Werbetexter.

Teil 4 der Serie

Teil 6 der Serie

 

 

 

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6 thoughts on “Die Entstehung eines PERRY-Romans (5)

  1. Was die Tagesmenge angeht, finde ich mich hier absolut wieder. Auch ich peile immer 10.000 an. Wenn es weniger sind, fühle ich mich oft unproduktiv, sind es mehr, hab ich entweder einen Schreibrauschtag erwischt oder war sehr unter Zeitdruck.

  2. Pingback: Die Entstehung eines PERRY-Romans (6) |

  3. Pingback: Die Entstehung eines PERRY-Romans (7) |

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