Interview mit Madeleine Puljic, Teil 2

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Madeleines BücherMadeleine ist mir in den letzten Jahren zur lieben Freundin geworden. Sie war 2014 erstmals als Teilnehmerin bei einem meiner Schreibcamps. Seitdem hat sie sich als Autorin kontinuierlich weiterentwickelt und hat längst im Literaturbetrieb Fuß gefasst.

Im März kommen gleich zwei neue Bücher von ihr auf den Markt. Grund genug, ihr einige Fragen zu stellen. Aufgrund der Länge des Interviews habe ich es gesplittet, der erste Teil ist hier zu finden: Interview mit Madeleine, Teil 1

Viel Spaß beim Lesen!

F: „Durch den Nimbus“ ist bei Piper längst in die zweite Auflage gegangen. Denkst Du bei anhaltendem Erfolg daran, den Dreiteiler auszuweiten, oder ist das Thema für Dich mit dem dritten Band durch?

A: Was man ankündigt, sollte man auch halten. Entsprechend werde ich die Reihe definitiv mit Band 3 beenden. Allerdings habe ich ein paar Ideen für kleine Spin-Offs in Form von Kurzgeschichten, die ich meinen Lesern in anderer Form zur Verfügung stellen möchte.

F: Der März ist so etwas wie das „Madeleine-Puljic-Monat“. Bei Knaur erscheint der SF-Roman „Zweite Heimat – die Reise der Celeste.“ Ich hatte das Vergnügen, das Buch teilweise vorab lesen zu dürfen. Es ist so ganz anders als Deine Fantasy-Arbeiten, auch von der Sprache her. Fällt es Dir schwer umzuschalten? Hast Du Vorlieben für ein bestimmtes Genre? Interessierst Du Dich auch für andere Sparten wie zum Beispiel Thriller oder Historischer Roman?

978-3-426-52435-0_xlA: Meine Fantasy-Romane geraten gerne etwas flapsig, ja. In der Science-Fiction finde ich diesen Stil aber meistens unpassend, zumindest in meinen SF-Romanen beschreibe ich ja gerne eher düstere Aussichten, entsprechend ernster ist der Tonfall. Dafür müssen die Figuren auch nicht ganz so blumig sprechen – ich wollte den Roman realistisch halten. Es findet sich also der eine oder andere Kraftausdruck im Roman, denn wie man gerade mit einem kleinen Kind deutlich merkt: Jeder Mensch flucht.

Das Umschalten an sich finde ich nicht so schwierig. Auch wenn ich durchaus Projekte in verschiedenen Phasen parallel bearbeite, geschrieben werden sie nacheinander. Da dauert es ohnehin immer ein wenig, sich in der neuen Welt zurechtzufinden, da zählen Schreibstil und Wortschatz ebenso dazu wie die Überlegung, welche Details und Szenen erzählt werden sollen und welche nicht. SF ist ja auch sehr viel recherche- und techniklastiger als Fantasy. Es ist also einfach gesamtheitlich ein anderes Arbeiten, finde ich.

Prinzipiell bin ich ja eine Genre-Hopserin, allerdings doch sehr in der Phantastik verwurzelt. Fantasy, Science-Fiction, Horror … Damit bin ich schon recht ausgelastet. Ein Thriller würde mich zwar auch einmal reizen, aber das wäre dann wirklich komplett neues Terrain für mich.

F: Ich kenne Dich als begeisterte Selfpublisherin. Wirst Du weiterhin Manuskripte selbständig veröffentlichen? Es gibt ja immer wieder Themen, die nicht massenkompatibel sind, an denen aber trotzdem das Herz des Autors hängt …

A: Die gibt es definitiv. Ich habe einige Projekte in der Schublade, die ich bei nächster Gelegenheit angehen möchte. Einige davon sind ein klarer Fall fürs Selfpublishing – sei es, weil sie vom Format, vom Thema oder einfach vom Genremix her für Verlage uninteressant sind. Allerdings muss ich vom Schreiben eben auch meine Rechnungen bezahlen, und da muss ich Projekte, von denen ich weiß, dass sie aus diversen Gründen verlagsungeeignet sind und entsprechend weniger Geld bringen, nun einmal zurückstellen.

Auf der anderen Seite kann ich mir Selfpublishing-Projekte freier einteilen, da sie keine fixe Deadline haben. Ich hoffe also, dass ich im kommenden zwischen den Terminen ein wenig Zeit dafür finden werde. Wobei Zeit im Augenblick ja leider Mangelware ist.

F: Und damit Dir ja nicht langweilig wird, schreibst Du ja auch bei PERRY RHODAN Neo mit. Wird von Dir wieder mal ein Roman bei dieser Serie erscheinen?

A: Das ist eine »Ja, aber«-Frage. Ja, ich möchte definitiv wieder einen NEO schreiben. Aber solange unser Nachwuchs nicht in den Kindergarten geht, bleibe ich zurückhaltend mit Deadline-Zusagen. Gerade NEO ist ein Format, das aufgrund der Länge einiges an Zeit erfordert, und ich möchte keine Kollegen in die Bredouille bringen, wenn ich die Termine nicht halten kann. Aber es wird bald wieder etwas von mir im Perryversum zu lesen geben, versprochen.

F: Zum Abschluss muss ich noch ein wenig Schleichwerbung machen. Du unterstützt mich im Herbst (26. Oktober bis 1. November 2020) bei einem meiner Schreibcamps in Wiener Neustadt. Was können denn die Besucher dieses Schreibcamps von Dir als Co-Moderatorin des einwöchigen Camps erwarten?

DSCN7881 Kopie (1)A: Wie wir beide ja wissen, habe ich bei Texten einen etwas anderen Zugang als du. Ich bin also sehr gespannt, wie oft wir beide uns widersprechen werden. Persönlich kann ich einiges über das selbständige Arbeiten als Autor in Deutschland erzählen, auch über die Unterschiede, die hier im Vergleich zu Österreich herrschen – schon allein, was die Sprache anbelangt.

Was das Schreiben angeht, habe ich ja einen etwas diffusen Werdegang hinter mir. Das hat mir Erlebnisse und Erfahrungen mit winzig kleinen, mittelgroßen und großen Verlagen beschert, im Selfpublishing, als Heftromanautorin, mit Literaturagenturen … Ich habe also verschiedenste Arten von Lektoraten durchlaufen, biete selbst auch Lektoratsdienste an. Und da man mit jedem Text etwas lernt, kann ich den Teilnehmern hoffentlich einige neue Dinge mitgeben. Und wenn nicht, habe ich garantiert ein paar Anekdoten parat, die zumindest für Unterhaltung sorgen.

Homepage Madeleine Puljic

„Noras Welten – Weltenbruch“ (Verlagsseite)

„Zweite Heimat – Die Reise der Celeste“ (Verlagsseite)

Bücher von Madeleine, die bei Greenlight Press veröffentlicht werden

Wer Madeleine bei der Arbeit an ihren eigenen Projekten unterstützen möchte:
Madeleine bei Patreon

Die Bilder sind © Madeleine Puljic bzw. Piper Verlag und Knaur.

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