Unterwegs-Skizzen (1): das Gaffa-Tape

Ich führe eine intensive Liebesbeziehung zu und mit Gaffa-Tapes. Ich habe das Textilband in den Achtzigern bei meinem Studentenjob als Backstage-Arbeiter auf Bühnen kennen und schätzen gelernt. Seitdem habe ich immer eine Rolle Gaffa mit dabei, wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin.

Es ist so unglaublich vielseitig einsetzbar und hilft mir über das eine oder andere Ärgernis mit meiner Ausrüstung hinweg. In der Folge zeige ich euch Bilder, die euch zeigen sollen, wie vielseitig ich die Gaffa-Bänder tatsächlich einsetze. Wohlgemerkt: Ich verwende sie immer als Provisorium. Aber sie helfen mir, Geld zu sparen und nicht permanent auf der Suche nach Ersatz für adäquate Ausrüstungsgegenstände zu sein.

Die Dichtlippe des Helms hat sich gelöst, das Verschluss ist irreparabel. Was dazu führt, dass von unten her Luft in den Helm reinbläst. Versucht mal, eine solche Dichtlippe bei einem Motorradhändler zu bestellen. Ihr werdet eure Wunder erleben … Also: Gaffa-Tape.
Das ist zugegebenermaßen ein arges Provisorium, das auch nur für eine Weile hält. Aber ich habe noch nie Regenstiefel für Motorradfahrer gefunden, die länger als ein paar Wochen halten. Die Dinger schmelzen durch die Motorenhitze oder werden durch mechanische Einwirkung aufgerieben.
Um meine schon sehr ramponierten Regenstiefel noch für eine Weile brauchbar zu machen, habe ich Gaffa-Tapes drum rum gewickelt.
Was ihr hier seht, ist ein mehrfach durch Zwischenstecker verbundenes Kabel von der Bordsteckdose meines Motorrads zum Tankrucksack. Im Inneren des Rucksacks habe ich damit einen USB-Anschluß zur Verfügung, über den ich während der Fahrt das Handy und das iPad laden kann. Unabdingbar für meine Ambitionen, während der Reise zu arbeiten. Und da das Kabel dreifach durch Zwischenstecker geteilt ist, habe ich es an diesen Schwachstellen sicherheitshalber mit Gaffa-Tape umwickelt.
Eine der wichtigsten Dinge beim Campieren ist wohl, daß das Zelt trocken bleibt. Meines steckt zwar eh in einer wasserdichten Hülle, aber der alleine traue ich nicht so recht. Also hab ich die Zeltrolle zusätzlich in einen Plastiksack gesteckt. Genauer gesagt: in einen Sack für Baumüll, besonders reißfest und stabil. Trotzdem reißen diese Dinger durch Wind und mechanische Einwirkung irgendwann mal ein. Also: Gaffa-Tape
Mein Seesack. Ein Riesending, absolut wasserdicht, in dem ich den Großteil meines Gewandes verstaue und mit dem ich zusätzliche Kapazitäten abdecken kann. Ich habe diesen Seesack seit über 35 Jahren, immer hat er mir gute Dienste geleistet. Die einzige „Narbe“, die er in all dieser Zeit abbekommen hat, wird durch Gaffa abgedichtet.
Schwer zu erkennen – aber das ist meine Regenjacke. Ich habe den Oberteil meines eigentlichen Regengewands in der Nähe des Nordkapps verloren und musste mir rasch Ersatz besorgen. In einem Sportgeschäft habe ich eine riesige Outdoor-Jacke gefunden, deren Wasserdichtigkeit ausreichend ist und die bequem über meine Lederjacke drüberpaßt, und sie gekauft. Sie hat eine Kapuze, die ich provisorisch mit Gaffa-Tape eingerollt und zusammengeklebt habe. Der Grund: Würde ich die Kapuze offen im Wind flattern lassen, würde sie irgendwann mal reißen. Außerdem glaubt man nicht, wie stark sich der „eingefangene“ Wind in einer aufgeblasenen Kapuze auf die Nackenmuskulatur auswirkt. Man wird da ganz schön kräftig hin- und hergebeutelt. Also: Gaffa-Tape.
Darüber hinaus habe ich die Jacke schon beim Wandern und Spazierengehen getestet. Sie ist weitaus besser als das, was ich als Wanderjacke mitgenommen hatte.

Das sind Eindrücke aus meiner ganz persönlichen Praxis. Andere Motorradfahrer handhaben derartige „Probleme“ vielleicht mit anderen, besseren Mitteln. Oder vielleicht haben sie Zugang zu qualitativeren Ausrüstungsgegenständen. Ich weiß es nicht. Fakt ist, daß ich bei dieser „Alte Eisen auf Reisen“-Tour merke, dass die Strapazen auch fürs Material groß sind. Dementsprechend muss ich improvisieren. Und dabei helfen mir meine heißgeliebten Textilklebebänder nun mal weiter …

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