Interview mit … Joachim Paul

Ich habe ein Interview mit dem PIRATEN-Politiker Joachim Paul aus NRW geführt, einem PERRY RHODAN-Leser, der mir sehr ausführlich Rede und Antwort stand.

Auf der PERRY RHODAN-Homepage, findet sich das Interview in vier Teilen; bei mir gibt es den gesamten Text nun in einer noch ausführlicheren Version. Joachim Paul uncut, sozusagen …

joachim_perry-rhodanF: Du bist der erste Politiker, mit dem ich mich im Rahmen meiner Interview-Serie unterhalte, und da drängt sich eingangs die Frage auf: Bleibt denn in der Realpolitik Platz für Visionen, für Vorausblicke, wie in der SF üblich, oder bist Du in der tagtäglichen Fraktionsarbeit ausschließlich mit Problemen der Gegenwart konfrontiert?

A: Das mit den Visionen ist ja so eine Sache, Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat mal gesagt, wer Visionen hat, solle zum Arzt gehen. Ich entgegne da mit dem ehemaligen Karlsruher Prof. Kurt Weidemann, Hochschule für Gestaltung: „Ein Designer ohne Visionen ist kein Realist.“ Denn wenn man’s weiter fasst, dann sind Politik treibende Menschen ja im Grunde Designer für unser Zusammenleben, Leute, die im Wählerauftrag Gestaltungsvorschläge machen oder solche weitertragen. Politik hat immer mit Zukunft zu tun, Visionen sind daher lebensnotwendig, aber auch, schlüssig zu überprüfen, was letztlich möglich ist. Sogar mit zunächst unrealistisch scheinenden Forderungen oder Vorschlägen können gesellschaftliche Diskussionen angestoßen werden, die dann vielleicht Kreativität freisetzen und uns neue Möglichkeiten eröffnen.

Aber leider droht das politische Alltags-Klein-Klein manchmal, einen aufzufressen, das sehe ich bei Kollegen aus allen Parteien. Der gefühlt 150ste Antrag zum Thema „Änderung der Änderung der Schulrechtsverordnung für xyz“. So etwas ist nicht nur trocken, es ist „extra dry“. Umso wichtiger wird dann der entsprechende Ausgleich, auch um den Blick fürs große Ganze nicht zu verlieren. Ich selbst lese und schreibe recht viel – gerade beim Lesen ist der Mix entscheidend. Das geht von politischer oder wissenschaftlicher Fachliteratur bis hin zu guten Romanen. Im Bereich der SF haben mich zuletzt z.B. „DAEMON“ und „DARKNET“ von Daniel Suarez ziemlich begeistert. Sogar Anregungen zur Politik kann man daraus ziehen. Der Gedanke des Dezentralen ist – ähnlich wie bei den Motoklonen – in den Thrillern sehr gut ausgearbeitet und lieferte mir einen literarischen Kontrapunkt zu den aktuellen Zentralisierungsbestrebungen von politischer Macht und Wirtschaftsmacht im Internet.

Und natürlich brauche ich meine Dosis PERRY RHODAN. Auch bei PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO werden neben dem Unterhaltungswert Dinge kommuniziert, die einfach die eigene Kreativität stimulieren, dazu anregen, Dinge mal aus einem anderen oder neuen Blickwinkel zu betrachten.

F: Ich habe auf http://www.editiondaslabor.de/blog/?p=27250 ein längeres Essay von Dir zum Thema PERRY RHODAN gelesen. Das fängt recht nüchtern an und nimmt unter anderem auf den intellektuellen Gehalt der SF in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg Bezug. Je länger der Artikel allerdings wird, desto persönlicher wird er, habe ich das Gefühl.

Wie objektiv kannst Du denn beim Thema PERRY RHODAN bleiben bzw. urteilen?

11_20A: Dein Eindruck vom „Turn“ vom Objektiven zum Persönlichen in meinem Essay ist glaube ich sehr treffend. Kann ich bei PR objektiv sein? Ich denke ja. Aber es ist wichtig zu wissen, welchen „Hut“ man gerade auf hat. Nicht nur Menschen mit einer wissenschaftlichen Ausbildung – aber gerade die! – sollten mal Abstand nehmen, die eigenen Neigungen und Leidenschaften überdenken können. Da muss ich mich fragen, warum bist du denn von SF im Allgemeinen und von PR im Besonderen so angezogen, so fasziniert, was sind die Gründe dafür? Also Nachdenken über das eigene Sein. Und ich bin als Person so gestrickt, dass ich halb wahnsinnig werde, wenn ich mir irgendetwas nicht erklären kann, wenn ich mir keine Beschreibung, keine Vorstellung dazu konstruieren kann. Ich lese eine bestimmte Literaturgattung, höre eine besondere Musik, sehe Bilder einer speziellen Gruppe von Malern oder Fotografen oder bestimmte Filme besonders gern. – Warum? Zu wem macht mich das? Was hat das mit mir zu tun?

Meine Standard-Strategie ist dann, über das, was mich anzieht, zu lesen, nachzuforschen, was sagen Medien- und Kulturwissenschaftler, was sagen Philosophen dazu? Dabei lerne ich immer auch etwas über mich selbst.

Den Philosophen und Logiker Gotthard Günther (1900-1984), den ich im Essay zitiert habe, habe ich in einem ganz anderen, einem wissenschaftlichen Zusammenhang für mich entdeckt, so um 1982 herum, was hier auszuführen zu weit gehen würde. Mehr dazu und zu Anderem gibt’s in einem Buch, das ich im Mai 2013 veröffentlicht habe. Aber buchstäblich vom Stuhl gefallen bin ich, als ich erfuhr – durch seine Schriften und Menschen, die ihn persönlich noch gekannt haben – dass ausgerechnet dieser extrem präzise, logisch und scheinbar kalt, geradezu kristallin vorgehende, aus der Tradition eines Immanuel Kant und der preußischen Variante der Aufklärung stammende Mann auf die amerikanische Science Fiction abgefahren ist. Der hat den Asimov und den Campbell und Andere akademisch kommentiert! Und einen deutschen Verleger belabert, das Zeug hier herauszubringen! Viel zu früh in den 50ern. Das muss man sich mal vorstellen. Also ein Typ, der sonst vom Feinsten mit Leuten wie dem Physiker C.F. von Weizsäcker, dem Soziologen Helmut Schelsky, dem Philosophen Ernst Bloch oder dem Mathematiker Kurt Gödel Freundschaften pflegte, interessierte sich für amerikanische Groschen-Romane? Und sagte Ja zu Technik und Technologie auf eine Weise, bei der gestandene Geisteswissenschaftler nur den Kopf schütteln? – Den musste ich einfach zitieren. Man kann aus seiner Philosophie eine Menge ableiten. Dazu gehört auch, dass ein starker Gedanke, ein kräftiges logisches Argument von einem ebenso starken Gefühl begleitet sein darf. Deshalb rege ich mich auch auf, wenn in einer TV-Polit-Talkshow ein Gast von der öffentlichen oder der Medienmeinung abgeurteilt wird, wenn er mal emotional wird. Sowas geht aber nicht! Doch, das geht. Wenn Emotionales unterdrückt wird, wenn man sich nicht darüber klar wird, kommt’s irgendwann durch die Hintertür doppelt mächtig wieder rein. Wir Menschen sind nur ganz, wenn wir Beides haben und leben. Emotionales ist nicht irrational. Und PERRY RHODAN enthält für mich eben sehr viel Anregendes, Fantasievolles, das Gefühl und Verstand gleichermaßen anspricht. Ich glaube, deswegen habe ich den Essay genau so geschrieben.

F: Du hast bereits eine recht bewegte berufliche Karriere hinter Dir. Vom Physik-Studium zur Neurokybernetik zum freiberuflichen Medien-Berater zum Politiker, um das mal abzukürzen. Es gibt einige Leser, deren Karriere durch die PERRY RHODAN-Lektüre mit geprägt wurde. Trifft das bei Dir in irgendeiner Form zu?

A: Kurz gefasst, ja, sogar als recht frühe Prägung. Es war aber nicht PR allein, dazu musste Mehreres annähernd zur gleichen Zeit zusammenkommen. Es waren die elterliche Prägung, hier durch meinen Vater, die Mondlandung 1969, ein Physiklehrer, SciFi allgemein und PERRY RHODAN.

Warum weiß ich nicht mehr genau, aber ich wollte nach der Grundschule unbedingt auf ein Gymnasium mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Das hat sicher auch am Zeitgeist gelegen. Im TV liefen Ende der 60er populäre Wissenschaftssendungen, die den kleinen Jungen faszinierten, u.a. mit dem „Harald Lesch von damals“, dem Fernseh-Professor Heinz Haber. Meine Eltern waren beide recht bildungsbeflissen und dazu wertkonservativ eingestellt. Außerdem waren sie schon relativ alt. Und mein Vater, der Jura studiert, selbst eine klassische humanistische Gymnasialbildung genossen hatte und umfassend an Kultur und Wissenschaft interessiert war, war von der Idee nicht so begeistert. Er wollte mich auf ein humanistisches Gymnasium schicken, hat aber meinem Wunsch letztlich nachgegeben. Meinem jüngerer Bruder und ich konnten ihn Löcher in den Bauch fragen, er wusste auf fast alles eine Antwort, und manchmal hieß es auch sehr ehrlich, das weiß ich nicht, aber das kann ich nachschlagen! Historisch war er unglaublich, wir konnten ihm eine beliebige Jahreszahl zwischen ca. 500 vor Christus und heute an den Kopf werfen, und er erzählte einen halben Roman darüber, was in dem Jahr alles passiert war auf der Welt.

Bei uns in der Häuserreihe waren wir die erste Familie mit einem Fernseher, so ein Sixties-Möbel mit Radio oben und Plattenspieler unten drin. Und die Nachbarn kamen rüber, mit Bier, Würstchen und Kartoffelsalat, wenn ein Gemini-Start der Amis anstand, die ersten Live-Übertragungen über den großen Teich. Wir Kinder durften dabei sein. Dann kam das Apollo-Programm. Eine der letzten, intensiven Erinnerungen an meinen Vater ist die Mondlandung am 20. Juli 1969, die wir gemeinsam mit der ganzen Familie mitten in der Nacht geschaut haben. Mein Vater sagte: „Jungs, wenn die Amis das hinkriegen, gibt’s für jeden von euch ’ne Tafel Nussschokolade!“ Klar haben die das hingekriegt, und er selbst hat sich ein Bier dazu genehmigt. Er starb allzu früh mit 60 Jahren im Januar 1970. Ich war gerade mal zwölf. Ein früher Tod eines Elternteils oder Verlassenwerden ist natürlich immer traumatisierend. Wir waren zwar wirtschaftlich halbwegs abgesichert, meine Mutter, mein Bruder und ich, aber neben vielem Anderen fehlte nun auch die intellektuelle Bezugsperson. Denn wer sollte jetzt die Fragen beantworten? Zunächst als Ersatz – meine Mutter unterstützte das ausdrücklich – habe ich dann das mit den Büchern probiert. Und wurde fündig.

So um die Ecke gab es eine Filiale der Stadtbücherei, die hatten neben vielen anderen spannenden Sachen auch knapp zwei Meter der Reihe „Goldmanns Weltraum-Taschenbücher“. Da habe ich mich durchgefressen, von Isaac Asimov über Philip K. Dick bis John Wyndham. Das waren zum Teil atmosphärisch dichte, sehr geile Sachen. Romane, in denen ich wohnen, zuhause sein konnte. Sie hatten alle nur einen Nachteil: Irgendwann war’s zu Ende.

Parallel stolperte ich über PERRY RHODAN. So banal das klingt, es gab einen vielleicht entscheidenden Vorteil, hier waren richtig gute SF-Geschichten in einer Geschichte, und die hörte einfach nicht auf! Jede Woche ging es weiter. Außerdem herrschte Anfang der 70er parallel zu den Studentenunruhen der 68er in den bürgerlich-vermieften Haushalten so ein komisches Klima zwischen Technik- und Fortschrittsoptimismus auf der einen und Thrill auf der anderen Seite. Das begann sogar in der Küche, Bauknecht hat in jeden Scheiß einen Elektromotor eingebaut. Europa befand sich ja noch im kalten Krieg und mit den Amis im Wettlauf mit der Sowjetunion, man denke an den auslösenden Sputnik-Schock.

Angefangen hatte es mit Raumpatrouille, die ich bei der Erstausstrahlung im September ’66 in der ARD nicht sehen durfte, meine Eltern haben die aber gesehen, ein „Kindheitstrauma“ ;-). Dann ging es weiter im ZDF im April ’70 mit Invasion von der Wega, „das ist zu aufregend“, befand meine Mutter, also ebenfalls Verbot. Erst mit „Time Tunnel“ in der ARD ’71 und „UFO“ im ZDF ’71 konnte ich mich durchsetzen. Und im Mai ’72 startete dann „Raumschiff Enterprise“.

Klar habe ich die Serie gern gesehen, es gab ja zu dem Zeitpunkt nichts anderes. Aber was für ein kleines Universum das war, schließlich war ich mit PERRY schon längst in anderen Galaxien unterwegs.

Und im Herbst ’70 in der Schule – heute Klasse 8, damals auf dem Gymnasium noch „Untertertia“ genannt, begann der Physikunterricht. Wir hatten einen Wahnsinnslehrer, im Kollegium wurde er Mathe-Schmidt genannt und von uns Schülern liebevoll Teddy, ein recht rundlicher, gemütlicher Typ, aber mit Temperament. Der bot für Interessierte Montag Nachmittag ab 16 Uhr eine Astronomie-AG an. Neben dem Theoretischen – wie funktioniert unsere Sonne, was ist darüber bekannt, was sind Planetenbahnen -, haben wir mit dem Lehrer auch Fernrohre gebaut, Newton-Teleskope mit parallaktischer Montierung und 24-Stunden-Nachführung. Wir schliffen in stundenlanger Arbeit die Spiegel aus dicken Glasplatten. Teddy schickte die dann zum Bedampfen in ein nahegelegenes Aluminiumwerk. Die Okulare wurden gekauft. Mond, Venus, Jupiter, Saturn und der Orionnebel, und das „live auf dem Dach der Schule“. Ich wollte Astronom werden!

Dazu kam auch die durch SF und PERRY RHODAN gewachsene, unverbrüchliche Überzeugung, dass „da draußen“ irgendwo Leben sein musste.

Es gab auch Zweifel an meiner Wahl, denn ich hatte mich noch für Anderes interessiert. Es kamen während der Pubertät, mit Testosteron bis in die Haarspitzen – da wächst ja das Interesse an den „strangers of the opposite camp“, den Mädels – neben den Naturwissenschaften noch Psychologie, Geschichte, Philosophie und Musik hinzu. Ich wollte zur Sicherheit noch einen Eignungstest beim Arbeitsamt. Als ich den Termin endlich hatte, war ich aber schon im 2. Semester Physik.

Hier erfuhr ich, dass man in Deutschland in Astronomie nur promovieren kann, Voraussetzung dafür ist ein Diplom – heute Master – in Physik, Hauptfach Astrophysik. Ist ja auch logisch. An der Uni in Bochum verschob sich mein Interesse allmählich. Man muss dazu sagen, diese Uni hatte in der Physik fast alles. Man denke sich irgendeine Vorsilbe für -physik aus, Astro-, Plasma-, Atom-, Kern-, Festkörper-, Geo-, Bio-, zu allem gab’s mindestens einen Lehrstuhl. Wie bei vielen meiner Kommilitonen auch fiel meine Entscheidung im Fortgeschrittenen-Praktikum: Biophysik. Für das Kleinste, die Hochenergiephysik, braucht man z.B. Teilchenbeschleuniger, und für die Untersuchungen des Größten muss man mit niedrigsten Energien umgehen, man braucht also riesige Ohren, z.B. Radioteleskope. Beides kostet richtig Geld, daher gibt es dort nur relativ wenige Jobs. Aber der Bereich der mittleren Energien, wir reden hier von Energieströmen vom Milliwatt- bis zum Kilowattbereich, hat im Universum die komplexesten Strukturen hervorgebracht, zum Beispiel Leben. Also Festkörper- oder Biophysik. Und in den 80ern ging es dann in beiden Bereichen auch richtig ab, noch beschleunigt durch die Fortschritte in der Computertechnik.

Beleuchtet man das Ganze mal philosophisch oder wissenschaftsgeschichtlich, dann war die dominierende Frage seit 2500 Jahren, seit dem Atommodell des Demokrit, doch immer die: „Was ist Materie?“ Die Frage scheint heute leidlich gut beantwortet, so dass wir uns einer weiteren neuen zugewendet haben: „Was ist Leben?“. Und da ist die Biophysik an vorderster Front.

Aber irgendwie bin ich dem Ursprünglichen auch treu geblieben. Meinen Theorie-Pflichtseminarschein an der Uni habe ich in theoretischer Astrophysik gemacht, es ging um Modelle für Sonnenprotuberanzen. Und mein Nebenfach im Diplom war Extraterrestrische Physik/Himmels- und Raumflugmechanik. Ex-Physik ist so ein Sonderbereich, von der Hochatmosphäre bis zu den Grenzen des Sonnensystems.

Ich glaube, mit genügend Vorbereitung kriege ich es heute noch hin, ein Jupiter-Swingby-Manöver zu berechnen, inklusive Startfenster. 🙂

F: Wie intensiv beschäftigst Du Dich denn mit PERRY RHODAN? Ist es für Dich reine Entspannungsliteratur? Würdest Du Dich als PERRY-Nerd bezeichnen?

A: PERRY RHODAN und auch die NEO-Reihe sind für mich in erster Linie Entspannung und Anregung. Da lasse ich dann aber auch Nichts aus. Für gewöhnlich lese ich das ganze Heft, also plus Report, LKS, Kommentar und Glossar, und öfter schaue ich auch mal in die Perrypedia. Denn als besonders anregend empfinde ich den hohen „Vernetzungsgrad“ im Gewebe des Perryversums, da kann schon mal das Bedürfnis entstehen, was nachzuschlagen.

Aber ein Nerd? Nein, es kreist nicht alles um PERRY RHODAN, dafür habe ich zu viele andere Interessen. Allein schon im Bereich der Science Fiction. Den Cyberpunk habe ich noch mitgemacht, von P.K.Dick bis Gibson. Eine meiner Bands, ein reines Studioprojekt, hieß Mona Lisa Overdrive. Und neben Suarez mag ich Justina Robson. „Verschmelzung“, „Transformation“ und „Mappa Mundi“ sind großartige Romane. In dem Kontext hat mich auch Eschbachs „Der letzte seiner Art“ begeistert. Und mein Twitter-Nickname Nick_Haflinger stammt aus dem „Schockwellenreiter“ von John Brunner, einem der Romane mit – wenn man so will – Happy-end dieses sonst so dunkel und dystopisch schreibenden Autors.

Aber es ist auch interessant für mich, wie in der PERRY RHODAN-Serie immer wieder Ideen aus der SF und von anderswoher aufgegriffen und verarbeitet werden. Manchmal frage ich mich, welche SF- oder allgemein Lese-Likeliste manche Autorin, mancher Autor so hat.

Bis etwa 1996 habe ich als Bassist aktiv Musik gemacht, auch live. Rock, Jazzrock, Fusion, sogar ein Rock’n Comedy-Projekt war dabei. Meine „Einstiegsdrogen“ waren ’71 Deep Purple, Black Sabbath und Tangerine Dream. Also positiv gewendet, wenn ich ein PERRY-Nerd bin, dann bin ich eben auch ein Frank Zappa/Miles Davis usw. usf.-Nerd.

Wir haben, glaube ich, alle die Möglichkeit, unsere Interessen breit aufzustellen. Besonders interessant und höchst individuell sind dann die Verbindungen zwischen den Bereichen.

F: Wie sieht denn Dein politischer Alltag aus? Plauder mal ein bisschen aus dem Nähkästchen über die guten und schlechten Seiten Deines Berufs.

A: Oh je. So schräg das klingt – Landtag und Parlament sind wie Schule. Es gibt einen sehr eng getakteten Zeitplan. Anders geht das gar nicht. Einmal im Monat, meist gegen Ende und außer der Sommerpause, ist Plenarwoche. Das heißt Vollversammlung des Landtages für zwei oder drei Tage, von Mittwoch bis Donnerstag oder Freitag, ab zehn Uhr morgens. Manchmal wird es mittwochs oder donnerstags 23 Uhr. Das hängt von der Länge der Tagesordnung und den zu debattierenden Themen ab.

In den Wochen davor werden mit den Angestellten der Fraktion, den Referenten, jede Menge Anträge und die Reden vorbereitet. Auch die Ausschusssitzungen benötigen mit Vor- und Nachbereitung viel Zeit. Als Vorsitzender muss ich in vielen Themen zumindest halbwegs fit sein, weil ich das Sprachrohr nach außen bin, zu Presse und Öffentlichkeit.

Und für Fraktionsvorstände und Ausschusssprecher gibt es zusätzlich Repräsentationspflichten. Das geht von abendlichen Empfängen mit allerlei Verbänden oder Konsuln – das ist die Sekt- und Häppchen-Nummer, bis zu ganz wichtigem Offiziellem, z.B. dem Auschwitz-Gedenktag. Aber nehmen wir mal beispielhaft Freitag, 23. Jänner 2015: 9.30 Empfang der Botschafterin Lettlands (hoch kompetent und charmant) bei der Präsidentin des Landtages, locker. 10 Uhr Ausschusssitzung Europa, als Erstes kritische Fragen an die lettische Botschafterin – Lettland hat für ein halbes Jahr den Ratsvorsitz in der EU und will den digitalen Ausbau vorantreiben -, danach Diskussion um Afrikaprojekte aus Nordrhein-Westfalen. Ab 13 Uhr Diskussion der Ausschusssprecher der Fraktionen mit vierzig Studenten der NRW-School of Governance der Uni Duisburg-Essen. Klasse Leute, tolle Fragen zum Freihandelsabkommen TTIP. Die FDP und die Union sehen alt aus. Danach Büro- und Fraktionsarbeit, auf dem Heimweg schnell am Bahnhof Neuss vorbei, PERRY kaufen und DIE ZEIT. Zuhause 18 Uhr. Emails und Telefonate mit Menschen aus der Partei, 22.30 Glas Rotwein mit meiner Frau und „Heute“-Show im TV, dabei eingeschlafen 😦

Samstag Vormittag mit Frau und Freunden Kaffee trinken in der Stadt. Dieses Wochenende hatte ich mal frei, aber ein Viertel bis ein Drittel aller Wochenenden im Jahr ist samstags Parteiarbeit oder Schreiben angesagt. Plus mindestens sechs ganze Wochenenden, je zwei Landes- und Bundesparteitage und Kongresse.

Fazit: Dass Politiker – egal welcher Partei – nicht wirklich arbeiten, ist ein dummes Vorurteil, sie arbeiten sehr viel, stellenweise bis zum Umfallen. Aber auch hier wie überall gilt, es gibt wenige schwarze Schafe. Und die bestimmen dann das Image für alle L

Und ja, das ist Verantwortung! Politik ist wichtig und macht Spaß! Man lernt viele interessante Menschen aus allen gesellschaftlichen Bereichen kennen.

F: Wie liest Du PERRY RHODAN? Heimlich in den Plenarsitzungen unter der Bank, zu Hause im Ohrensessel, während Deiner Dienstreisen im Zug? Wie Du gerade erzählt hast, lässt einem die Politik als Beruf nur wenig privaten Freiraum.

A: In den Plenarsitzungen ginge das im Prinzip mit Ebook-Readern, wir alle haben natürlich Geräte mit dabei. Den Kollegen gegenüber wäre das aber unhöflich. Außerdem bin ich da konservativ, ein Heftchen-Typ. Also bleiben „BBBC“, Bett, Bus, Bahn und Couch. Wenn ein neues Heft kommt, hat Erholung Vorfahrt, da liegt andere Lektüre erst mal auf Eis, bis das Heft ausgelesen ist.

F: PERRY RHODAN simplifiziert. Uns Autoren wird es wohl nur selten gelingen, zum Beispiel den Beruf eines Politikers in einer fiktiven Welt darzustellen. Ich persönlich bemerke das dann, wenn ich die „galaktopolitische Situation“ beleuchte und ganz genau weiß, dass ich höchst oberflächlich bleiben muss. Es würde den Leser ja auch kaum interessieren, Details eines politischen Hickhacks zu lesen. Aber hättest Du gerne eine realistischere Darstellung der Politik bei PERRY RHODAN, oder ist das für Dich kein Thema?

A: Doch, das ist ein Thema, aber ihr macht das doch recht gut und genau in der richtigen Dosierung, finde ich! Aufpassen sollte man bei der Schilderung des Geschehens in Parlamenten und Kommissionen, also zum Beispiel früher im Rahmen der GAVÖK, heute beim Galaktikum. Im wirklichen Leben gibt es – heutzutage – in Parlamenten keine echten Debatten. Ein Plenum dient lediglich dem argumentativen Schlagabtausch für die Öffentlichkeit. Ein „Oh, der Abgeordnete Paul hat da aber gerade etwas Interessantes gesagt, da müssen wir vor der Abstimmung nochmal drüber nachdenken“ gibt es nicht. Das ist leider so. Alle Standpunkte stehen vorher fest und werden manchmal innerhalb der Ausschüsse, meist jedoch in den einzelnen Parteien oder in Koalitionen bestimmt. Hier ist also eine sparsame gleichwohl spannende Schilderung des „Behind the lines“ angezeigt. Aber das macht ihr doch schon. Arun Joschannan, Tormanac da Hozarius und so.

Etwas anderes sind Reden, hier kann man mal auf den Putz hauen und mit relativ geringem Aufwand punkten und viel Politisches oder auch Ideale zur Darstellung bringen. Zuletzt ein großes Kompliment an Verena Themsen für PR 2780, Haluts Weg. Bei Blo Rakanes emotionaler Rede über Freiheit an die Adresse der Onryonen hatte ich echt Gänsehaut. Ein Höhepunkt in diesem Roman.

F: Du liest PERRY RHODAN schon recht lange und hast einen guten Überblick über die Serie. Siehst Du PERRY eher als Gesamtkunstwerk, geht es Dir um einzelne Geschichten oder Figuren?

A: Das Gesamtkunstwerk ist für mich ein zentraler Aspekt. Das heißt auch, dass mich nicht alle Romane unbedingt gleichermaßen begeistern müssen. Aber vor diesem Hintergrund gibt es jede Menge liebevoll geschilderte Figuren und spannend erzählte, zum Teil außergewöhnliche Geschichten, die dem großen Ganzen erst den nötigen Glanz verleihen. Dabei haben es mir neben den Hauptakteuren viele Figuren der „zweiten Reihe“ besonders angetan. Als ich zu Schwarmzeiten in die Serie einstieg, konnten ein Freund und ich stundenlang über Dalaimoc Rorvic und Tatcher a Hainu schwätzen, auch diese besondere Alien-Freundschaft zwischen Sandal Tolk und Tahonka-No hat eine dichte Atmosphäre. Ansonsten mag ich Figuren, die auf der Suche sind, und sei es nach sich selbst, wie zum Beispiel Douc Langur, Nikki Frickel oder Eritrea Kush. Auch Zweifler wie Tro Khon oder Zerberoff, oder MacherInnen wie Filana Karonadse schätze ich sehr. Gut fand ich auch die Innen-Schilderung von Motoklon 109 als Netzwerk.

Bei den Völkern waren es zuletzt die Lucbarni oder das Wiedersehen mit den Paramags, den Toithemi (der Roman ist von Dir, ich weiß J, die nochmal neue Aspekte in die Serie brachten. Beispiele, die für sehr viel mehr stehen.

F: Die Serie PERRY RHODAN wird durch illegale Downloads von Inhalten geschädigt, das bekommen auch wir Autoren zu spüren. Ganz banal gesagt: Mir entgeht dadurch Geld.

Im Grundsatzprogramm der PIRATEN (https://www.piratenpartei.de/politik/wahl-und-grundsatzprogramme/wahlprogramm-btw13/internet-netzpolitik-und-artverwandtes/#wahlprogramm-internet-urheberrecht-urheber) lese ich zu diesem Thema Allgemeinplätze, die alles und nix aussagen könnten.

Sowohl die Nutzer, als auch die Urheber von Medieninhalten sollen nach eurem Plan in ihren Rechten gestärkt werden, die Verleger zurechtgestutzt werden. Mein Verleger ist aber im Idealfall derjenige, der meine Rechte im Netz wahrnimmt und dafür sorgt, dass die Einnahmen aus Downloads gerecht weiterverteilt werden.

Wie sollen in einem Netz, das die PIRATEN so offen wie möglich gestaltet sehen wollen, denn die Kostenfunktionen überprüft werden, wie auf Tauschbörsen die illegale Weitergabe (also die über private Weitergabe hinaus) von Inhalten verhindert werden? Wie stellt ihr euch das in der Praxis vor?

Warum soll das Urheberrecht für Kreativarbeit, die ich geleistet habe, nach bereits nach zehn Jahren wieder erlöschen und nicht wie derzeit nach siebzig Jahren?

Diese Gelder stellen für die Hinterbliebenen einiger verstorbener Kollegen eine lebensnotwendige Absicherung dar, die nach Plänen der PIRATEN viel zu rasch fallen würde.

A: Fette Fragen, schweres umfangreiches Thema, sicher ein eigenes Interview wert. Darf ich mich zunächst outen? Ich bin – wie übrigens viele schreibende Piraten auch – Mitglied der VG Wort, direkt als Autor, nicht über einen  Verlag! Ich schreibe leidenschaftlich gern und veröffentliche schon mal Essays und Artikel in Zeitungen, öfter in Fachzeitschriften und Monographien sowie in meinem eigenen Blog, zuletzt ein Beitrag im Jahrbuch für Pädagogik 2014 zum Thema Transhumanismus. Darüber hinaus habe ich früher IT-Fachbücher geschrieben und jüngst eine Aufsatzsammlung „TRANS- Reflexionen über Menschen, Medien, Netze und Maschinen“ als Buch veröffentlicht. Weiteres ist in Planung. Klar will ich dafür Geld sehen, wenn’s nicht nur für die Ehre ist, wie in Fachzeitschriften. Schreiben macht richtig Spaß und ist zugleich harte Arbeit. Die sollte auch entsprechend vergütet werden. Und wohlhabend werden können soll man damit auch, wenn ein Bestseller gelingt. Das mal vorneweg.

Wir Piraten haben das Thema aufgeworfen und in die öffentliche Diskussion gebracht, das war zunächst mal gut. Im Weiteren ist es dann nicht so gut gelaufen. Unsere Vorstellungen sind zugegebenermaßen erstens noch nicht zufriedenstellend ausgearbeitet und zweitens unbedingt im Zusammenhang mit gesamtgesellschaftlichen Veränderungen auf dem Weg in die Informations- und Wissensgesellschaft zu sehen. Eine Stand-Alone-Änderung nur des Urheberrechtsgesetzes macht keinen Sinn. Beim Alten zu bleiben, aber auch nicht. Innerparteilich ist da vieles in der Diskussion. Ich persönlich mag die Idee der Kulturwertmark des Chaos Computer Club. Auch eine Kulturflatrate sollte man nicht gleich abschreiben.

Ein Kernproblem dabei sind die Verwertungsgesellschaften (VGs) sowie viele, nicht alle! Verlage. Dort wurde noch nicht verstanden oder nachvollzogen, dass heute neben dem klassischen Ein-Sender-viele-Empfänger-Modell 1->n eben auch n->n Vermittlungen zwischen Urhebern und Nutzern möglich sind. Die Ausschüttungspraxis der VGs orientiert sich am 1->n. Im Musikbereich ging eine Klage gegen die GEMA, die Musikverlage an den Ausschüttungen direkt beteiligt, verloren. Im Autorenbereich ist die Klage Vogel gegen VG Wort interessant, die jetzt vom BGH zum EuGH weitergereicht wurde mit der Tendenz, die Kriterien des Luksan-Urteils anzuwenden.

Nur wenn die VGs sich dem digitalen Wandel öffnen und sie verstehen, dass künstlerische Schöpfungen auch n->n-vermittelt werden und damit die gerechte Verteilung von Mikropayments möglich machen – auch Jaron Lanier darf mal eine gute Idee haben, Stichwort Aufmerksamkeitsökonomie -, dann bekommt das eine Form.

Das aktuelle marktwirtschaftliche Szenario wird „Triumph des Absatzmittlers“ genannt. Bleibt es dabei, dann sind Apple und Amazon auf lange Sicht die alleinigen Gewinner – die sich nicht am Gemeinwohl engagieren und dazu in Europa noch skandalös wenig Steuern bezahlen.

Und das bekommt auch nur dann eine Form, wenn wir zusätzlich über eine neue Künstlersozialkasse nachdenken. Wir Piraten befürworten ja ein bedingungsloses Grundeinkommen BGE, Betonung auf „Grund“, d.h. das darf nicht alles sein. Wenn es aber kein BGE geben wird, brauchen wir für die Kreativen zumindest eine neue Form der Sozialversicherung, die ganz wie bei Schauspielern die Zeiten „dazwischen“ auffängt und bei den wirklichen Großverdienern der Kreativbranche mal kräftig steuerlich zulangt, um ein neues Solidarsystem zu etablieren. Das müsste dann aber auch von den Künstlern selbst angetrieben werden …

Ich bitte, das alles vor dem Hintergrund zu sehen, dass wir Piraten im Grunde den Kanon der Menschenrechte erweitern wollen, das Recht auf sichere wirtschaftliche Existenz steht in unserem Grundsatzprogramm.

Illegale Downloads sind nicht nur illegal, sie sind auch moralisch nicht vertretbar. Der dadurch entstandene wirtschaftliche Schaden ist allerdings fraglich, denn wer kann belegen, dass bei der Unmöglichkeit solcher Downloads die Werke auch gekauft worden wären? Eine echte Konsequenz daraus kann doch nur sein, Downloads zu legalisieren, so dass alle was davon haben, auch wirtschaftlich.

Der Kreativmarkt könnte nach meiner Auffassung übrigens wesentlich größer sein und mehr Menschen ernähren. Er wird immer noch künstlich begrenzt durch Gatekeeper.

Auf einer Podiumsdiskussion warf mir eine Musikerin mal an den Kopf, sie sei Profi, sie lebe schließlich davon! Dem vorausgegangen war meine Forderung, die VG, hier die GEMA, solle mich als Gelegenheitskomponist und Musiker gleich wie sie behandeln. Ich sähe nicht ein, dass für mich, der ich nicht primär davon lebe, eine andere Praxis von Urhg- und Nutzungsregelungen sowie der Ausschüttungsweise gelten sollte. Vielleicht will ich ja auch mal davon leben? Und ein Freund von mir, ein Gitarrist, GEMA-Mitglied, macht Latin-Jazz und stellt seine Stücke bei dem Streamingdienst LastFM ein, bekommt relativ hohe Clickzahlen und hat nichts von den Werbeeinblendungen? Das ist ein No-Go. Denn dass eine Micropayment-Abrechnung möglich ist, zeigen diese Dienste ja, ihren Werbeauftraggebern gegenüber.

Die Trennung zwischen Profi und Amateur, ja, die Berufsbezeichnungen Wissenschaftler, Künstler, Autor, sind Trennungen, die in der Industriegesellschaft geprägt wurden, sagt Vilém Flusser. In der Informations- und Wissensgesellschaft hat jeder die Möglichkeit, Musiker, Wissenschaftler, Künstler oder gar Erfinder zu sein, unabhängig davon, wovon er primär lebt. Das wäre wirkliche Freiheit, ein neuer Raum für menschliche Kreativität. (Irgendwie erinnert mich das auch an die halutische Gesellschaft J)

Und was die Schutzfristen angeht, ich bin ins Grübeln gekommen. Vielleicht erfordert ja das Prinzip „Serie“, mit Redaktion und allem was dazugehört, eine besondere Regelung im Sinne eines kollektiv erstellten und immer noch in der Erstellung befindlichen Gesamtkunstwerks. So dass auch eine Frau Scheer oder die Familie des allzu jung verstorbenen Robert Feldhoff ordentlich was davon haben.

F: Kehren wir zum Schluss nochmals zu PERRY RHODAN zurück und zur aktuellen Handlung: Wie gefällt Dir die Serie, was stört Dich, hast Du Kritik anzubringen?

A: Hmm. Ich möchte, dass mich die Serie auch weiterhin begeistert. Das ist eigentlich alles. Vor ein paar Jahren während des Sternenozean-Zyklus habe ich mal einen in einem Heft veröffentlichten Leserbrief geschrieben, der mir heute fast Leid tut, weil ich mich über den Begriff der kybernetischen Zivilisation aufgeregt hatte. Die verschiedenen Kybb-Völker wurden ja vor ihrer Befriedung als relativ kalt agierende technoide Wesen geschildert. Dabei muss man wissen, ich habe ein paar der alten Begründer der Kybernetik, den Physiker Heinz von Foerster, den Neurophysiologen Humberto Maturana und den Psychologen Gordon Pask, auf Kongressen noch persönlich kennengelernt. Was für charismatische, beeindruckende, überhaupt nicht arrogante, die Menschen liebende Wissenschaftler-Persönlichkeiten! Das kann man sich gar nicht vorstellen. Und dann die Kybb als die dunkle Seite der Macht? Ich hatte den Eindruck, Arndt Ellmer als Leserbrief-Onkel war etwas angefressen, und ich war im Klugscheißer-Modus, sorry dafür. Und nein, ich muss nicht immer mit allem einverstanden sein, um meinen Frieden mit PERRY RHODAN zu haben. Wenn ich einen Wunsch äußern darf an die Expokraten von PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO: Recherchiert sowas im Netz und geht ansonsten komplett neue Wege. Weg von alten Mustern. Differenzierte Bösewichte. Vetris-Molaud gefällt mir. Und der Zyklus „Das Atopische Tribunal“ ist schon sehr geil.

Was Geschichten, ihre Figuren und ihre Spannungsbögen angeht, sind die Odyssee und die Shakespeare’schen Dramen und Komödien immer noch das Maß aller Dinge. Aber auch damit kann kreativ gespielt werden. Und eine Serie tut das schon allein dadurch, dass sie eben eine Serie ist. Der Zeitgeist, siehe Netflix und HBO, steht auf Serien. Weiter so!

 

Die Bilder sind Copyright Yaroslav Dimont (1) und Joachim Paul (2).

 

 

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