Alte Eisen auf Reisen – Zwischenbericht

Am 6. Juli habe ich meine Sachen gepackt und bin mit dem Motorrad losgedüst. Vergangenen Mittwoch, mehr als vier Monate später, habe ich wieder in Wien aufgeschlagen. Nicht, um meine Tour zu beenden. Ich hatte/habe hier einige Termine zu absolvieren und setze anschließend die Alte Eisen auf Reisen-Tour fort.

Was ist in diesen vier Monaten geschehen?
Es ist zu viel, um es in aller Kürze zusammen zu fassen. Deshalb habe ich einen kleinen Photo-Blogbericht gebastelt. Einige Zahlenspielereien und Infos liefere ich euch schon mal vorab, bunt gemischt:

  • Ich bin in den vier Monaten etwa 24.500 Kilometer gefahren.
  • Unterwegs habe ich drei Manuskripte in Heftromanlänge fertiggestellt, ein viertes ist in Arbeit
  • Ich habe sechs Kilogramm abgenommen (aber da geht natürlich noch viel mehr)
  • Ich bin beim dritten Paar Motorradhandschuhe angelangt, beim dritten Reifensatz, beim dritten Bremssatz, bei der zweiten Regenjacke, bei den vierten Regenstiefel-Überziehern und beim zweiten Paar Stiefel
  • Ich war in Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, Luxemburg, Frankreich, Italien, Spanien und Andorra, also in dreizehn Ländern
  • Die Verteilung der gefahrenen Kilometer ist in etwa so: städtisches Umfeld 5 Prozent, Autobahn 20 Prozent, Landstraße 75 Prozent
  • Am günstigsten war das Benzin in Andorra, dann kommt bereits Österreich. Am teuersten war Norwegen. Die Bandbreite reichte etwa von 1,25 €/Liter bis 1,95 €/Liter.
  • Meine liebsten Gegenden, die ich bis jetzt gesehen und durchfahren habe, waren Mittelnorwegen und Galicien im Nordwesten Spaniens
  • Am meisten Regen hatte ich, no na, in Norwegen
  • Das Motorrad, eine BMW R1200 GS, läuft ausgezeichnet. Problemchen waren ein abgebrochener Blinker, nachdem mir das gute Ding von einer extremen Windbö umgeschmissen worden war, der Ausfall einer Sicherung und ein defekter Sensor, der zu einem immer wieder mal aufleuchtendem Warnsignal führt. Das ist also ein elektronischer Fehler, der vernachlässigenswert ist.
  • Das Arbeiten während der Reise funktioniert großteils sehr gut. Es wundert mich fast, daß mein MacBook Air trotz der ständigen Vibrationen nach wie vor hält. Zur Sicherheit habe ich ein iPad samt Tastatur mit dabei, das ich im Notfall verwenden würde.

Rückmeldungen und Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Weiters möchte ich auf meine Patreon-Seite hinweisen, die ich regelmäßig mit Artikeln und Bilderserien bestücke. Das Patreon-Modell ist großteils kostenpflichtig. Und ich sag’s offen raus: Ich freu mich sehr über finanzielle Unterstützung bei meiner Reise – und biete dafür mehrere Gegenleistungen an. Hier der Link: https://www.patreon.com/MichaelMarcusThurner?fan_landing=true

Und damit sind wir bei den Bildern.


Irgendwo in Schweden. Der Hintergrund ist der, daß ich dort auf der Straße Photos geschossen habe. Minutenlang ist kein Auto gekommen, die Straße war leer. Man sieht, wie ich da stehe, mit dem Helm auf. Und auf einmal höre ich ein kratzendes Geräusch und mit meinem Helm ist irgendetwas. Er fühlt sich schwerer an. Irgendwann komme ich drauf daß ein Raubvogel (!!!) auf mir gelandet ist.
Entweder wollte er mich als Beute reißen, oder er hat mich da einsam auf der Straße gesehen und wollte mich als Aussichtspunkt verwenden. Das war ein sehr, sehr verblüffender Moment für mich. 
Flußlandschaft, ganz im Norden Norwegens, etwa 150 km südlich des Nordkapps.
Das Ende eines Fjords
Wald, wohin man nur schaut. Und Gegend
Eine „Hytter“, in der ich übernachtet habe.
Am Ende einer Mautstraße in Norwegen, auf ca. 1.500 Meter Höhe. Im Hintergrund ist der Geirangerfjord zu sehen.
Paßstraße über der Baumgrenze in Mittelnorwegen
Großartige Wasserspiegelungen. Auf den Lofoten.
Diese Straße nennt sich „Trollstigvegen“, sie ist eine der bekanntesten Paßstraßen Norwegens.
Blick auf einen Teilfjord an meinem neuen Lieblingsplatz in Norwegen. Nirgendwo in Norwegen gibt’s mehr Sonne als dort. Den genauen Ort verrate ich nicht.
Die älteste noch bestehende Stabkirche. Teile davon sind aus dem 11. Jahrhundert.
Wasserfälle gibt’s in Norwegen natürlich überall. Das Wetter ist allerdings nicht immer so gut wie auf den meisten Photos.
Mein absolutes Lieblingsphoto, aufgenommen in der Früh, als mich der Pinkeldrang aus dem Zelt getrieben hat. Blick über einen schwedischen See, der Morgennebel verzieht sich grad. Die Stimmung ist ein Wahnsinn, finde ich.
Solche Schluchten fährt man in den frz. Alpen immer wieder entlang. Entweder in der Talsohle oder weit oben. 
Blick vom Großen St. Bernhard.
Blick vom Col de la Bonnette, der höchsten alpinen Transitstraße. Etwa 2.800 Meter hoch.
Teile eines Amphitheaters, aus dem 3./4. Jahrhundert in Zentralrfankreich.
Flußlauf in Zentralfrankreich
Utah Beach – dort sind die Alliierten 1944 gelandet. Ein endloser Sandstrand, an dem unzählige Menschen ihr Leben gelassen haben. Heute fahren dort Traber entlang der Wasserlinie. 
Die höchste Düne Europas, Dune du Pilat. In der ungefähren Umgebung von Bordeaux. Ein unglaublicher Ort. Unmittelbar hinter den Dünen befinden sich ausgedehnte Kieferwälder..
Eine Burg namens Guédelon. Das Interessante ist: Die wird grad gebaut und wird vermutlich 2023/24 fertig. Gebaut wird seit 25 Jahren. Mit den Mitteln des Mittelalters/13. Jahrhunderts. Sprich: Alles verwendete Werkzeug wurde davor erst passend zu der Zeit angefertigt, es gibt Tiere aus dieser Zeit (Gänse, Wollschweine, Esel etc.) Die Gemüsegärten sind so, wie sie dazumals ausgesehen haben, Steinmetze, Tischler, Färber etc. arbeiten vor den Augen der Zuseher.
Alto do Poio, ein Paß in Galicien mit 1.337 Meter Paßhöhe.
Carnac in der Bretagne. Dort stehen in langen Reihen ca. 2.000 Dolmen. Hünengräber und Grabstädte gibt es auch zu sehen.
Finisterre, das eigentliche Ende des Jakobswegs. Viele Leute gehen nochmals die ca. 70 km von Santiago de Compostella bis dorthin. Ach ja: es gibt ein Finistère in Frankreich und ein Finisterre in Spanien/Galicien. Beides ist von finis terrae abgeleitet, dem lateinischen „Ende der Welt“.
 
Das war mir ein persönliches Anliegen: den Ort zu besuchen, an dem die Don Camillo & Peppone-Filme gedreht wurden. Das Dort heißt Brescello und liegt in der Poebene. 
Ich stehe auf der Seite von Peppone. Ganz klar.
Blick über einen Naturpark in den Zentralpyrenäen
In der Nähe von Saragossa. Könnte aber auch Arizona sein, nicht wahr?
Stausee mit wenig Wasser, in der Nähe von Pamplona/Pyrenäen. Die überfluteten Gebäude – und Bäume – kommen bei Niedrigwasser im Herbst zum Vorschein. Und da dort auch warme Quellen existieren, baden die Spanier im Herbst in den alten Ruinen. 
Mittelalterliche Brücke, errichtet 950 nach Christus
In Spanien an der Grenze Baskenland/Asturien. Das Gebirge nennt sich Picos de Europa
Nochmals Picos de Europa
Baum am Ende der Welt, in der Bretagne nahe Le Conquet.
Saint-Malo in der Bretagne. Die Bretagne hat übrigens 1.700 bis 1.800 Heilige …

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. elisabeth + charly sagt:

    hallo michael! während wir hier zwangsweise eingesperrt sind, kannst du die wohl absolute freiheit erleben! nicht nur darum beneiden wir dich. immer wieder sprechen wir von dir. wir hoffen so sehr, es geht dir gut? deine fotos zeigen, das dies so ist! bitte pass auch weiterhin auf dich auf! gute fahrt – und alles liebe und schöne von uns beiden!!!!!

    1. mmthurner sagt:

      Hallo, ihr beiden,
      natürlich ist es nicht die absolute Freiheit, weil ich ja unterwegs auch arbeiten muß und eigentlich nur sehr, sehr wenig Freizeit übrigbleibt. Dennoch genieße ich diese Zeit sehr, es geht mir gut.
      Danke für die netten Worte. Ihr hört wieder von mir.

      Schöne Grüße

      Michael

  2. Uwe sagt:

    Tolle Bilder! Als zweites Standbein könnte bei Dir Reise-Fotograf und/oder Reise-Schriftsteller gut passen. Einige der Motive sind wirklich erlesen. In einigen der Gegenden war ich auch schon. Pyrenäen und Skandinavien. Und ja, die Lofoten und Vesteralen haben mich auch umgehauen. Ich bin allerdings überall per pedes unterwegs. Weiterhin gute Fahrt und schöne Eindrücke!

    1. mmthurner sagt:

      Servus Uwe,
      ja, natürlich denk ich drüber nach, nach dem Ende der Reise mal die Bilder gesammelt herzuzeigen, vielleicht im Rahmen von Vorträgen. Das überlege ich mir alles noch.
      Die Pyrenäen sind wirklich großartig gewesen. Die Lofoten zwar auch, aber teilweise waren sie sehr überlaufen. Auch in der Nachsaison. Ich habe in Norwegen ruhigere und – für mich – schönere Gegenden gefunden. Aber Du weißt ja, das liegt immer im Auge des Betrachters.
      Ich halte vom Reise-Wandern sehr viel, weil es noch mehr entschleunigt und man noch mehr Augen fürs Detail hat. Andererseits mag ich das Motorradfahren so sehr, weil es sehr viel Unmittelbarkeit liefert und ich bei Bedarf auch rascher vorwärts komme.
      Danke für Deine netten Worte, man hört sich …

      Michael

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