Weidingers Worte zu WEGA 3 – und ein ganz besonderer Preis

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Ich habe Erich Weidinger vor einigen Jahren bei einem Schreibcamp in Eggenburg/Niederösterreich kennen und schätzen gelernt. Er ist Autor, Erzähler und Buchhändler in einem. Er interpretiert lokale Sagen neu, er liest in Schulen und führt Kinder an das Hobby Lesen heran, er veranstaltet in seinem Buchladen in Seewalchen/Attersee Lesungen. Ab kommendem Sommer wird er darüber hinaus im Freien Radio Salzkammergut eine Sendung zum Thema Kinder- und Jugendliteratur moderieren .

Ich möchte Erich auch ganz herzlich gratulieren. Seit wenigen Tagen ist er mit seiner Buchhandlung Preisträger des Österreichischen Buchhandlungspreises! Die Jury begründet ihre Entscheidung folgendermaßen:

„Seewalchen am Attersee ist ein kleiner Ort, der im Sommer sehr belebt und jenseits der warmen Jahreszeit eher ruhig ist. Das ist keine ideale Voraussetzung für den Standort einer Buchhandlung und verlangt großen persönlichen Einsatz und Durchhaltevermögen. Seit 1995 betreibt Erich Weidinger hier seine Buchhandlung und pflegt ein literarisches Sortiment, das besonders auch regionale Autorinnen und Autoren im Fokus hat, schließlich ist Erich Weidinger nicht nur Buchhändler, sondern auch selbst Autor. Als Vorleser trägt er aktiv zur Lese- und Literaturförderung in der Region bei, insbesondere in den Schulen, und gibt auf seinem Kinderbuchblog Lesetipps. Betritt man die Buchhandlung Weidinger, bemerkt man, dass neben dem klassischen Vollsortiment, das die Buchhandlung als Nahversorger für Kunden lagernd hat, viele literarische Titel auf den Tischen liegen und dass hier auch ein großes Augenmerk auf die österreichische Literatur gelegt wird. Erich Weidinger ist ein literarischer Nahversorger mit viel Engagement und wird aus diesem Grund mit dem Österreichischen Buchhandlungspreis 2021 ausgezeichnet.“

Mehr zu Erich gibt es auf seiner Homepage: https://www.erich-weidinger.at/

Zurück zur WEGA-Serie: Erich kennt PERRY RHODAN natürlich, ist aber selbst kein Leser der Serie. Nun wollte er mal bei der Miniserie PERRY RHODAN WEGA reinschnüffeln. Leider war er mit Band 3 nicht ganz so zufrieden; aber ich lasse ihn am besten selbst zu Wort kommen:

Anmerkung von Erich vorneweg: Ich habe mir mit dem Band 3 generell sehr schwer getan. Wenn ich eine Serie lese (und kaum jemand steigt bei einer in sich abgeschlossenen Buchserie mittendrin ein), dann benötige ich nicht lange Erklärungen die den Band zuvor beschreiben. Das war mir in Band 3 deutlich zu viel und hat mir teilweise den Lesefluss und die Spannung geraubt.

 F: Band 2 und 3 bilden insofern einen Doppelband, als sie die Geschichte von Giilan Wetherby im Jahr 1975 nacherzählen. Dabei waren zwei Autoren am Werk. War Gillians Geschichte für dich aus einem Guß? 

A: Leider nein. Hat es im vorigen Heft wirklich einen „Flow“ gegeben, so hat er mir  hier gefehlt, teilweise aus dem wie in der Vorbemerkung erklärten Grund.

F: Hast Du Unterschiede in der Schilderung ihres Charakters bemerkt?

A: Das hat besser zueinander gepasst. Ich freue mich schon auf Band 4, wenn diesmal eine Autorin, hoffentlich auch über Wetherby“ erzählt. Ein bisschen fehlt mir noch das „Frauliche“ an ihr. 

F: Leser der Erstauflage kennen die Welt Ferrol nur zu gut, aber die Beschreibung des Alltagslebens auf dieser Welt ist meist zu kurz geraten. Außerdem beschreibt die Vergangenheitshandlung von Gillian Wetherby und Carl Palmer eine der ersten Begegnungen von Terranern mit Außerirdischen. Wie ist da dein Eindruck? Waren diese Begegnungen glaubhaft geschildert?

A: Ja ich denke schon, auch wenn mir beim Lesen nicht bewusst war, dass es tatsächlich der erste Kontakt mit Außerirdischen der beiden war. Nun frage ich mich natürlich, warum Wetherby in der aktuellen Handlungszeit unbekannten Wesen zum ersten Mal begegnet und sie dies dann doch ziemlich cool nimmt. Da wären ein paar wunderliche  bzw. spielerische Gedanken nett gewesen. Aber ich weiß, ich bin wahrscheinlich einer von Wenigen, die gerne auch etwas Verträumtheit in die SF bringen würden.  

F: Es gibt eine kleine Pointe in dieser Vergangenheitsebene, die den Mann hinter den Sabotageakten von Carl Palmer betrifft. War dir der Begriff „Overhead“ ein Begriff?   

A: Nein, da konnte ich keinen Zusammenhang feststellen. Und somit hat mir beim Lesen auch nichts gefehlt. 

F: Wenn du so einen Bezug auf Geschehnisse der Erstauflage findest und du nicht weißt, worum es eigentlich geht: Nimmst du das hin, oder blätterst du in der Perrypedia nach?

A: Wenn es um unbekannte Wesen oder auch Planeten geht, dann schlage ich gerne auf Perrypedia nach, was bei Band 1 und 2 der Fall war. Bei Band 3 gar nicht.  

F: Eine weitaus phantastischere Reise erleben Perry Rhodan und Gillian Wetherby in der Jetztzeit. Olaf hat das Verhältnis der beiden zueinander ein klein wenig anders geschildert als Ben. Das ist nun mal so, wenn mehrere Autoren eine Figur führen. Hast du Unterschiede bemerkt? Findest du so etwas eher als störend oder als Bereicherung?

A: Natürlich gibt es stilistische Unterschiede. Das akzeptiert man als Leser so einer Serie von vornherein. Nur sollte es nicht zu stark bemerkbar sein. Manchmal toben sich die Technikfreaks unter euch Autoren so richtig aus, dass die Geschichte Gefahr läuft den „Flow“ zu verlieren. Die Personenführung klappt bisher ganz gut.  

F: Etwas wollte ich ganz besonders bei diesem Roman haben: die Gegenüberstellung einer geradlinigen Handlung mit militärischem Touch und der phantastischen Reise durch eine Welt, die scheinbar künstlich erschaffen wurde und einige wundersame Orte/Figuren zeigt. Was reizt dich denn generell mehr? Bist du eher der Science- oder der Fiction-Fan?

A: Wahrscheinlich bin ich eher der Fiction Fan – habe in Jugendjahren fast alle Alan Dean Foster Romane gelesen (vor allem Flinx) und die hatten alles, was SF braucht. Alleine deshalb lese ich jetzt gerne wieder PERRY RHODAN. 

F: Die Superintelligenz ES kennst du ja mittlerweile. Nun taucht erstmals ein Helfer von ihr auf. Wertiglos, ein Android, der wie Vieles, was mit der Superintelligenz zusammenhängt, geheimnisvoll bleibt. Der „Geheimnisvolle“ ist ein ganz besonderer und wichtiger Figurentyp. Verwendest du selbst bei deinen Texten und Romanen derartige Figuren?

A: Wertiglos (wieder einmal ein genialer Name) ist für mich ein super Typ. Er ist zwar weniger geheimnisvoll, sondern mehr ein schräger Typ, hat aber Spaß gemacht.  Geheimnisvolle Figuren sind für manche Stoffe sehr wichtig. In meinem historisch-fantastischen Kinderbuchprojekt gibt es ein geheimnisvolles Mädchen mit einer unscheinbaren Gabe, von der ich den LeserInnen nicht alles preisgeben werde. 

F: Meine Aufgabe im Hintergrund ist es, den Leser durch Rätsel und durch Andeutungen bei der Stange zu halten. So, dass er dem nächsten Band entgegenfiebert. Hab ich’s geschafft, bist du weiterhin mit dabei?

A: Wie bereits erwähnt, hat mich Band 3 nicht so richtig an der Stange gehalten. Ich musste mich manchmal zwingen weiterzulesen.  Zu viele Welten und Erzählstränge auf einmal. Den Ausflug zum Eismond zum Beispiel hätte es nicht gebraucht, da er absolut unwichtig und auch langweilig war. Doch Lesen ist immer eine subjektive Sache und ich lese gerne weiter, vor allem da ab jetzt auch die Autorinnen zu Wort kommen. 

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. officeatterbuchat sagt:

    Danke Michael – wünsche dir einen schönen Abend und einen schönen Sonntag, an dem du wahrscheinlich mit deiner (Weltraum)Maschine unterwegs bist. liebe Grüße auch von Andrea – Erich

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