Weidingers Worte zu WEGA 2

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Erich Weidinger dient mir als Gradmesser zur Qualität der Miniserie PERRY RHODAN WEGA, die ich als Expo-Autor mitgestalten darf. Zu jedem der zwölf Romane werde ich mir seine Meinung einholen. Bei Erich kann ich mich drauf verlassen, dass er nichts beschönigt und mir geradeheraus antwortet.

Ich habe Erich vor einigen Jahren anlässlich eines Schreibcamps in Eggenburg/Niederösterreich kennen und schätzen gelernt. Er ist Autor, Erzähler und Buchhändler in einem. Er interpretiert lokale Sagen neu, er liest in Schulen und führt Kinder an das Hobby Lesen heran, er veranstaltet in seinem Buchladen in Seewalchen/Attersee Lesungen. Mehr über ihn und seine Arbeit, sein Leben findet sich hier: https://www.erich-weidinger.at/
Erich kennt PERRY RHODAN natürlich, ist aber selbst kein Leser der Serie. Nun wollte er mal bei der Miniserie PERRY RHODAN WEGA reinschnüffeln.

Frage: Band 2 einer Serie ist immer ein bissl ein Knackpunkt. Hat Band 1 deine Erwartungen erfüllt, kann man die Leser auf die Reise „mitnehmen“ und sie mit dem zweiten Roman auch halten? Wie ist das denn so, konnten wir dich halten?

Erich: Ja, ihr konntet mich halten. Mit Band 2 nahm die Story richtig Fahrt auf. Obwohl ich nicht weiß, ob dieser Schauplatz der „rollenden Stadt“ ein Teil von Wega ist oder nicht. Und vieles aus Band 1, wie z.B. die Ferronen, nicht mehr vorkommen. 

Frage: Passt die Chemie zwischen Gillian Wetherby und Perry Rhodan?

Erich: Die beiden harmonieren sehr gut, finde ich.  Ich hätte mir gewünscht, dass die Berichte aus den Siebziger Jahren aus der Perspektive von Gillian, also aus der Ich-Perspektive, erzählt werde würden. Somit hätten diese Zeitberichte auch eine individuelle Note und gäben der Persönlichkeit von Gillian mehr Bedeutung und Platz.

Frage: Du kennst die PERRY RHODAN-Historie als „Neu-Leser“ nicht allzu gut. Hast du alle Anspielungen verstanden oder gibt es Absätze/Handlungsabschnitte, mit denen du nicht so gut klargekommen bist?

Erich: Ich habe mir vor ein paar Jahren die allerersten Perry Rhodan Romane als Hörspiel angehört. Daher ist für mich nicht alles neu gewesen. Ob ich alle Anspielungen verstanden habe, erschien mir beim Lesen nicht wichtig. Man hat als Leser nicht das Gefühl, dass man jetzt unbedingt 3000 Jahre zurückblättern muss, um der Story folgen zu können.

Frage: Ben Calvin Hary ist ein vergleichsweise junger Autor, der noch nicht allzu viele Beiträge für den PERRY RHODAN-Verlag verfasst hat. Wie gefällt dir denn sein Stil?

Erich: Ich fand, er hat die Geschichte meist flott vorangetrieben. Und ich fand es gut, dass er nicht seitenweise (oder sagt man hier spaltenweise?) mit für mich unverständlichen Sci-Fi Technikwörtern herumwerkte, wie es ab und zu bei Band 1 der Fall war. (Sorry, Michael.) Die Idee, den Tod als das Lebensziel der Oigan zu definieren, fand ich großartig und bescherte mir manchmal ein innerliches Schmunzeln. Ist Ben Calvin Hary ein Wiener?  Oder kam die Idee von dir, Michael?  Wirklich gelungen!  Ebenso gibt es immer wieder dadurch Wortspielereien, die ich liebe. Allein die Bezeichnung des Berufes bzw. der Bestimmung „Willkommenheißer“ ist genial.

Frage: Ein wichtiger Bestandteil von Band 2 ist die Lebensgeschichte von Gillian Wetherby. Es war mir ein Anliegen, auf die Frühzeit der Serie zurück zu greifen und zugleich die Siebziger des letzten Jahrhunderts ein wenig hochleben zu lassen. Die Siebziger waren ja auch die Jahre deiner und meiner Jugend.
Nun erzählt PERRY RHODAN eine alternative Geschichte der Menschheit. Was hältst du als Autor von derartigen Vermengungen von Realität und Fiktion?

Erich: Für mich als Leser, darf hier gerne Realität und Fiktion vermischt werden. Wenn nicht, dann kann meiner Meinung nach Science-Fiction nur schwer funktionieren.  Natürlich mag ich die Anspielungen auf die Siebziger.  Gillian könnte durchwegs mehr Probleme mit der neuen Zeit haben, das würde sie noch sympathischer machen.  Denn wenn unvermutet Wörter wie „King Kong“ auftauchen, sollten sie im Kontext besser verstanden und interpretiert werden können.

Frage: Ich bin parteiisch. Mich hat insbesondere die Beschreibung des „Außenkantons“ durch Ben begeistert. Was meinst du – wäre das eine Welt, in der du dir ein Leben vorstellen könntest? 

Erich: Diese Welt, ist eine Welt für Besuche und für die Fantasie. Niemals möchte ich meine Welt mit dieser Welt tauschen. So wie Ben sie beschrieben hat, konnte ich das Chaos sehen, die fürchterlichen Düfte riechen und beinahe leider auch die grässliche Nahrung schmecken.

Frage: Die bange Frage, die ich mir stelle, ist: Wie bist du mit dem Bösewicht Krakatau zufrieden? Eine gute Geschichte lebt nun mal von einem guten Widersacher …

Erich: Krakatau ist tatsächlich ein Super-Bösewicht, dem ich als Leser manchmal auch gerne folgte, auch wenn er sehr brutal ist. Nein, ich bin kein böser Mensch, (Achtung Spoiler-Alarm), sonst hätte ich ihn am Ende des zweiten Bandes gerne tot gesehen, was er leider nicht war.

Eine Frage hat mich übrigens sehr beschäftigt: Wieso hat niemand den kleinen Vogel getötet? Wenn doch alle gewusst oder zumindest vermutet hatten, dass dies auch den Tod von Krakatau bedeuten würde …

Ihr habt es auf alle Fälle geschafft, dass ich gerne weiterlese, und das am liebsten gleich und nicht erst in 14 Tagen.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Uwe sagt:

    Erich Weidinger, bitte verzeih mir, ist doch ein bisschen böser als der Held. 😉 Für Perry ist das töten des armen Vogels ausgeschlossen. Ben schreibt im Forum, dass sein Held Skrupel hat. Übrigens, diese Betrachtung eines externen Autors finde ich klasse.

    1. mmthurner sagt:

      Mir gefällt das Format auch gut – und bei Erich kann ich mich drauf verlassen, daß er mir nicht schmeicheln will.
      Was die Vogel-Sache angeht, so hat sich Ben dazu seine Gedanken gemacht und die Entscheidung getroffen, es so zu lösen, wie er es getan hat. Bei mir hätte das anders ausgesehen, bei den anderen PERRY-Kollegen sicherlich wiederum anders.
      Worauf ich hinaus möchte: Es ist kein „Fehler“, so, wie Ben es sieht. Es ist die Interpretation des Handelns einer fiktiven Figur.

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