An den richtigen Schrauben drehen

(Ein Gastbeitrag von Jana Beck.)

Wieso fesselt uns eine Geschichte, während uns eine andere nur ein herzhaftes Gähnen entlockt? Noch interessanter, wenn es sich dabei um ein und dieselbe Geschichte handelt. Viele haben dies schon bei Spielfilmen erlebt: Das Original ist spannend – und beim Remake drücken wir nach zwei Minuten weiter.

Wenn man sich die Mühe macht, kann man Ursachen dafür finden. So wie es die Drehbuchautorin Vivien Bronner in ihrem Buch Remakes – ein Shortcut zur Filmdramaturgie getan hat. Sie zeigt auf, wie unterschiedlichste dramaturgische Effekte eine Geschichte spannend machen. Ich möchte drei davon herausgreifen, die ich in meinem romantischen Thriller Krijada – Tanz im Sturm eingesetzt habe.

51Sjw9q5WhLIn beinahe jedem Buch findet sich eine Liebesgeschichte, der mehr oder weniger Platz eingeräumt wird. In meinem Roman verliebt sich Kristina in den Studenten Jan. In einer lauen Sommernacht in Spanien, umgeben vom Duft der Pinien und dem Zirpen der Grillen, kommen sie sich nahe. Eine idyllische, ans Herz gehende Szene. Die richtige Würze erhält sie aber erst durch Veronika – Jans Ex-Freundin. Kurz bevor ich den Leser in diese Idylle eintauchen lasse, erfährt er, dass Veronika soeben den ersten erfolgversprechenden Schritt gesetzt hat, um Kristina zu ruinieren und Jan zurückzugewinnen. So haben wir nicht nur eine Idylle, sondern eine Idylle mit Suspense – die Zeitbombe tickt bereits.

Kristina und Jan beschließen zu heiraten. Eine großartige Gelegenheit, ein Samenkorn zu legen und die Ernte später einzufahren. Jan schenkt Kristina – gegen ihre ursprüngliche Abmachung – einen Verlobungsring. Dieser schlichte Ring wird in dieser und weiteren Szenen mit Gefühlen aufgeladen, bis klar ist, dass er für Liebe und unverbrüchliche Treue steht. Erst am Ende des Romans taucht er wieder auf. Die Leserin erfährt, dass Kristina neben ihrem Leben mit Jan ein zweites Leben in einer anderen Welt führt. Es stellt sich die Frage, ob sie dort einen Partner erwählen und eine Familie gründen wird. Jetzt ist es nicht nötig, Kristina schwülstige Liebesschwüre in den Mund zu legen. Sie blickt einfach auf ihren Ring. Und alles ist klar. Oder um es mit Vivien Bronner zu sagen: »Das … ist der Unterschied zwischen Romantik und Kitsch.«

Die Handlung schreitet voran, Kristina wird verhaftet und Jan bittet seine Ex-Freundin, die weitreichende Kontakte hat, ihm zu helfen. Veronika gerät in die Zwickmühle: Sie will gewiss nicht, dass ihre Konkurrentin frei kommt. Verweigert sie Jan jedoch ihre Hilfe, durchschaut er ihr doppeltes Spiel, und sie wird ihn nie zurückgewinnen. »Das ist die Wahl zwischen Pest und Cholera. Fabelhaft.« – wie Vivien Bronner es ausdrückt.

Es gibt viele Schrauben, an denen man drehen kann, um eine fesselnde Geschichte zu erschaffen, und, richtig eingesetzt, ermöglichen sie es uns Romane zu kreieren, die man nicht mehr aus der Hand legen kann. Der Traum jeder Autorin – und jeder Leserin.

*

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Die Autorin Jana Beck schreibt spannende Stories über mutige Frauen. Nach ihrem Debütroman Krijada – Tanz im Sturm ist soeben ihr neuer Roman Glückspille mit Nebenwirkungen erschienen, bei dem es ihr erneut gelungen ist, an den richtigen Schrauben zu drehen, denn wie die Leserin E. L. meint: »Ich habe das Buch beinahe im Ganzen verschlungen. Mit dieser Geschichte ist für beste Unterhaltung gesorgt!«
Weitere Infos gibt’s auf Jana Beck

Die Photos sind allesamt ©Jana Beck.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Dipl.-Ing. Birgit Garn sagt:

    Danke für die tolle Gestaltung mit den Fotos!

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