Wieso Science Fiction?

Gerade als Frau – auch wenn man meinen möchte, dass dieses Klischee heutzutage nicht mehr allzu verbreitet ist – wird man oftmals nicht ernstgenommen, wenn man sich härteren, blutigeren Themen oder zum Beispiel der Science Fiction widmet, obwohl es genügend bekannte/beliebte Vertreterinnen innerhalb dieser Sparten gibt. Davon darf man sich natürlich nicht abschrecken lassen, da man immer wieder auf konservative Sichtweisen treffen wird. Immerhin war, um beim Thema zu bleiben, die SF seit eh und je bereits für alle Menschen faszinierend. Vor allem für jene, die in Träume von fernen Welten eintauchen und sich nicht nur in der klassischen Fantasy bewegen möchten, deren Setting doch meist eher mittelalterlich geprägt ist. Das betrifft auch mich.

Seit 2008 bin ich veröffentlichte Autorin und darf zum jetzigen Stand (2018) um die 20 Erscheinungen innerhalb verschiedener Genres zählen. Früher habe ich mich vorwiegend der (High) Fantasy gewidmet, dann jedoch aufgrund eines Projektes – 2014 herum – an die SF gewagt, was mir als langjähriger Star Wars-Fan extrem viel Spaß gemacht hat. (Natürlich mag ich auch Star Trek und vor allem Perry Rhodan, seitdem ich mich Letzterem endlich nach jahrelangem Interesse seit einigen Jahren widme.) Die SF war für mich innerhalb des eigenen Schreibprozesses dennoch etwas vollkommen Neues und zusammen mit meinen Protagonisten habe ich gelernt, wie abenteuerreich es ist, sie vom Himmel zu schießen oder ihnen das Leben so hart wie möglich zu machen. Mit all den politischen/gesellschaftlichen Systemen, die vor Machtkämpfen übergehen, und allen technischen Fortschritten, die es in unserer Welt noch nicht, aber vielleicht eines fernen Tages geben könnte.

In diesem Zusammenhang entstand im SF-Genre meine erste längere Kurzgeschichte, die in einer Anthologie mit drei anderen Autoren veröffentlicht wurde, leider aber nach einiger Zeit aufgrund interner Probleme wieder vom Markt genommen werden musste. Meine neue Welt fand dennoch ziemlich schnell Anklang sowie Leser, die sogar zu Fans wurden. Manche von ihnen meinten, ich hätte meine Bestimmung in der SF gefunden. Beides Tatsachen, die mich berührt und motiviert haben. Daraufhin kam mir der Gedanke: „Wieso hab ich nicht bereits früher SF-Geschichten geschrieben, wenn ich doch, seit ich vier Jahre alt war, schon ein Weltraum-Fan bin?“

So kam es, dass ich mich neben anderen Projekten – zum Beispiel: (Dark/Urban/High) Fantasy, Horror, (Mystery/Psycho) Thriller – vermehrt der SF verschrieben habe, bei der mir einfach das Herz aufblüht. Ich finde es unheimlich spannend, in die unbekannten Tiefen des Universums einzutauchen und meine Protagonisten mit ihren Raumschiffen auf harte Reisen zu schicken oder eigene Sprachen, Kulturen, Familienzugehörigkeiten sowie Politiksysteme zu entwickeln.

Vor allem, wenn es um Androiden ging, war ich immer schon Feuer und Flamme, da ich den Aspekt der künstlichen Intelligenzen erstaunlich und interessant finde. Hierbei zählt für mich auch der philosophische Zugang zu diesem Thema, der einfach keine Lösung finden will oder kann: Entweder glaubt man daran, dass sie ein eigenes Leben entwickeln können, oder man tut es nicht. Dementsprechend wird es bei mir kein SF-Werk geben, das keine Androiden beinhaltet. So auch bei meinen jüngsten Romanen, die bereits erschienen sind oder es noch werden.

An dieser Stelle möchte ich vor allem meine Novellenreihe Hunting Hope aus der WELTENWANDLER-Serie beim Verlag in Farbe und Bunt sowie meinen Wälzer Brüder der Finsternis beim Verlag ohneohren erwähnen. Hunting Hope – Teil 1: Zerbrochene Herkunft ist im August 2018 erschienen und bildet den Auftakt rund um Protagonist Feynel, der sich kaum mehr an seine Eltern erinnern kann und, ausgesetzt auf dem heruntergekommenen Planten Sekpton, als Schrottsammler für einen Söldnerboss betätigt und dabei ums Überleben kämpft. Nachdem ihm die Flucht gelingt, beginnt sein wahres Abenteuer allerdings erst, das keine allzu guten Aussichten für ihn bereithält. (Teil zwei und drei sind bereits in Arbeit/Planung – der zweite erscheint zu Beginn 2019.)

Bei Brüder der Finsternis soll nicht nur das Pathos des Titels Aufmerksamkeit erregen, sondern vielmehr die Geschichte dahinter. Zusammen mit dem Jhissieri Connelrow-rakthon (Protagonist, meist nur Connel genannt) führe ich die Leser in eine Welt, in der es nur Schwarz und Weiß zu geben scheint, allerdings tatsächlich der graue Bereich jener ist, der hervorsticht. Connel deckt Familienintrigen sowie politische Ereignisse aus lang zurückliegender Vergangenheit, jedoch auch aus der Gegenwart auf, die ihn an sich selbst sowie an seiner gesamten Spezies zweifeln lassen.

Gerade bei diesem Projekt, das noch Ende dieses Jahres erscheinen wird, möchte ich zusätzlich eine Tatsache hervorheben, die mich persönlich sehr herausgefordert, mir aber dennoch viel Spaß gemacht hat: In Verbindung mit meinem Brüder der Finsternis erscheint auch Sterbende Götter von meinem Kollegen Werner Graf. Bei diesen beiden Romanen handelt es sich um ein zusammenhängendes Ganzes: Ereignisse in meinem Buch wirken sich auf seine aus, Charaktere verschwinden bei mir und tauchen bei ihm wieder auf – umgekehrt genauso. Um also alle Ausgänge zu kennen, empfiehlt es sich, beide Bücher zu lesen.

Die Entstehungsgeschichte und der Arbeitsprozess dahinter waren nicht einfach, denn alles aufeinander abzustimmen – vor allem ganze Welten, Spezies, Waffen, Regelsysteme und machtpolitische Korruptionen, die sich nicht widersprechen dürfen – ist bei einem Werk in einem neuen, von uns erfundenen und geteilten Universum alles andere als nicht-arbeitsreich. Aber gerade das hat es letzten Endes so besonders gemacht, da in der SF alles möglich ist und sie so wunderbar realitätsnah wirken kann.

Alles in allem bin ich also glücklich, dass ich mich 2014 an ein Genre gewagt habe, das mir nicht nur zu liegen scheint, sondern das ich zusätzlich seit dem Kindergarten bereits geliebt habe. Hier fühle ich mich einfach wohl und zu Hause. Aus diesem Grund erscheinen in den nächsten Jahren neben Geschichten aus anderen Genres auch solche, die in den Weltraum entführen und in denen die Protagonisten ordentlich gequält werden. Das darf man sich ja gerade als Autor nicht nehmen lassen.

Vor allem, wenn die Figuren einem ans Herz wachsen. Dann umso mehr.

 

Die junge und höchstengagierte Jacqueline Mayerhofer habe ich bei meinem Schreibcamp 2018 in Eggenburg kennengelernt. Hier ist der Link zu ihrer Homepage (die sie verspricht, bald mal wieder zu aktualisieren): Homepage – und hier kommt man zu ihrer Facebook-Seite: Facebook Jacqueline Mayerhofer.

Alle Bilder sind © Jacqueline Mayerhofer

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. haimart sagt:

    Wer Menschen zwischen die Beine schaut um sie zu unterscheiden, ist ein Sexist.
    https://haimart.wordpress.com/2018/10/01/homosexualitaet-versuesst-das-leben/

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