Einige Worte zu … PERRY RHODAN 2976

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Achtung, Warnung: Ich spoilere leicht, was den Verlauf der Geschichte in PERRY RHODAN 2976 betrifft.

Dieser Roman war für mich in vielerlei Hinsicht etwas Außergewöhnliches. Mir hat das Exposé von Christoph Dittert und Wim Vandemaan so richtig getaugt. Ich hatte einige Freiheiten und konnte Platz nutzen, der in anderen Romanvorlagen nicht immer gegeben ist. Die Voraussetzungen waren für mich also bestens, weil ich nun mal gerne frei schreibe.

Ich hatte eine ganze Welt, zwei Kulturen sowie zwei Gesellschaftsformen zur Verfügung. Was natürlich auch zu Problemen führte, weil bei knapp 120 Manuskriptseiten für den Aufbau eines Settings nicht viel Platz bleibt. Ich mußte andeuten, zuspitzen und gegebenenfalls verknappen, um all das unterzubringen, was mir durch den Kopf schwirrte. Wenn ich so viel Raum zur Verfügung gehabt hätte, wie ich wollte, wär das vermutlich ein sechshundertseitiges Buch geworden.

Zur eigentlichen Arbeit.
Ich hab anfangs munter drauflos geschrieben und Teile des Expos „abgearbeitet“. Irgendwann bin ich draufgekommen, daß ich zwei unterschiedliche Kulturen nicht nur aus einer Perspektive darstellen durfte. Das wäre banal und zu einseitig gewesen. Deshalb hab ich eine Frau namens Kariabosch mit in die Handlung reingenommen. Sobald ich sie hatte und ihr soziales Umfeld in vagen Zügen erkannte, war klar, daß ich sie mit dem eigentlichen Haupthelden des Romans in Berührung bringen mußte. Und da die beiden höchst unterschiedlich waren, durfte das keine reibungsfreie Begegnung werden.

Was sich daraus entwickelte, war auch für mich überraschend. Viele Teile dieser parallel laufenden Geschichten sind ad hoc entstanden. Ich horchte auf meinen Instinkt, und irgendwann wurde mir dieser Nebenstrang der eigentlichen Story zu einem persönlichen Anliegen.
Ich gebe gerne zu, daß ich im Roman ein paar höchst persönliche Ansichten von mir mitschwingen lasse. Daß ich da und dort politische Statements abgegeben habe. Und ich riskiere ebenso gerne, daß man mir deswegen Vorwürfe macht.
Damit kann ich leben. PERRY RHODAN ist nun mal eine sehr bunte, homogene Serie mit unterschiedlichen Autoren, die ebenso unterschiedliche Meinungen vertreten. Wir versuchen, visionär zu sein, wir reflektieren aber auch den Zeitgeist. Diese Mischkulanz war und ist eine der Stärken der Serie.
Insofern bin ich dankbar, daß mich Chefredakteur Klaus N. Frick bei der Arbeit an diesem Roman bestens unterstützt hat. Ich glaube, wir haben’s uns mit den nötigen Entscheidungen nicht leicht gemacht. Aber ich glaube auch, daß Hyperlicht eine traurige und zugleich recht schöne Geschichte geworden ist, in die ich, wie gesagt, ein bißl von mir selbst einfließen lassen konnte.

Diesmal würde es mich besonders freuen, eure Meinungen zum Roman zu hören – ob nun positiv oder negativ.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. AnonymerNichtAdaurest sagt:

    Hallo, Mörder der Unsterblichen. Mit deinem letzten Roman hast du erneut große Klasse bewiesen, er ragt zudem wirklich heraus, sogar aus deinen besten Romanen. „Social Fiction“ erzeugt bei mir gewöhnlich einen großen Brechreiz, aber deine Verquickung von Science-Fiction und gesellschaftlichen Missständen, das war super geschrieben, super aufgebaut, und die Handlung hat es auch noch vorangetrieben. Die Ekpyrosis Light ist immer noch ganz schön heavy! Was mich erstaunt hat, Kai Hirdt hat seine millionenäugige Erhabenheit umgelegt. Nicht du. Er hat das aber wirklich gut gemacht. Momentan läuft die Serie auf sehr hohem Niveau, das zudem sogar mir zugänglich ist. Leck mich fett! Ich frage mich, ob Caltu Roy etwas von Bastian Schweinsteiger inspiriert wurde. Aber das war wohl eher Zufall, Sportler die in höheren Sphären schweben und davon einige, die sich auch für ärmere Menschen einsetzen, gibt es ja doch nicht so selten. Kariabosch, Tariamsch, schöne Verballhornungen/Namensschöpfungen! Der Roman hat nachdenklich und traurig gemacht, aber auch gut unterhalten. Auf die Galaxis kommen harte Zeiten zu, ähnlich den Verdummungseffekten während des Durchzugs des Schwarms.

    1. mmthurner sagt:

      Danke fürs Lob, das freut mich sehr.
      Wegen der Unsterblichen: Jeder von uns Autoren darf da mal ran, ich hab nicht das alleinige Privileg zum Meucheln. 🙂
      Und nein, es gab kein spezielles Vorbild für Caltu Roy. Wichtig für mich war die Wandlung, die er durchgemacht hat.
      Schöne Grüße, Michael

  2. Marc sagt:

    Ein wirklich toller Roman.
    Für gewöhnlich genügen mir die 60 Seiten als Kapitel in der großen Geschichte des Zyklus bzw. der Serie. Aber hier hätte ich wirklich gerne noch mehr von der Welt der „Maulwurfsmenschen“ gelesen.
    Sehr plastisch und lebensnah geschildert.
    Wäre schön, nach dem positiven Ende des Weltenbrands (das es hoffentlich geben wird), nochmals dorthin zurückzukehren um den Charakteren noch ein schöneres Leben zu geben.

    1. mmthurner sagt:

      Freut mich, daß er Dir gefallen hat.
      Wie erwartet, hat der Roman die Leserschaft ziemlich gespalten. Manche Leser sehen die Geschichte wie Du, andere als Füllroman bzw. als Text, der die Serie nicht voranbringt. So unterschiedlich sind halt die Geschmäcker.
      Werma schaun, ob es nach dem Weltenbrand dorthin zurückgeht. Aber wer sagt, daß es ein „danach“ überhaupt gibt? 🙂

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