BAD EARTH als E-Book

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Ab 19. Dezember 2017 erscheinen die ersten zehn Romane der Heftroman-Serie BAD EARTH als E-Books. Sie sind bei allen großen Portalen zu haben, unter anderem im PERRY RHODAN-Shop: BAD EARTH Band 1

BAD EARTH stand so ziemlich am Anfang meiner Karriere als Schriftsteller im Jahr 2002. Ich hatte eben mal ein Manuskript abgegeben, einen ATLAN-Roman, und ging damit hausieren. Ich fragte bei Bastei-Redakteur Michael Schönenbröcher wegen einer Mitarbeit bei MADDRAX an, wurde von ihm jedoch ebenso vertröstet wie von einem Redakteur desselben Verlags, dem ich ein JERRY COTTON-Exposé und eine Leseprobe per Mail auf den virtuellen Tisch legte.  Dies waren zwei Rückschläge, die mich ziemlich trafen; ich war ja längst in höhere Sphären entschwebt und glaubte, dass man mich zum Kuckuck nochmal mit Kusshand nehmen müsse. Ich war in der Eigenwahrnehmung ein schriftstellerisches Genie, das darauf wartete, von den Millionen an Tantiemen erschlagen zu werden.

War aber nicht so.

7869Im Herbst 2002 erhielt ich ein Mail von einem gewissen Manfred Weinland. Er kenne mich nicht, habe aber von einem anderen österreichischen Autor nur das Beste über mich gehört. Er habe Leseproben durchgeblättert, die im Bastei-Verlag herumkugelten, und er halte mich für gut. Ob ich nicht Lust hätte, an einer Science Fiction-Heftserie mitzuwirken, die er eben entwickle?

Pardauz. Die nächsten Sekunden ging’s darum, den Herzschlag zu beruhigen und nicht gleich meinen Jubel in die Welt hinauszubrüllen. Nachdem ich mich beruhigt hatte, schrieb ich an Manfred zurück, möglichst cool, daß ich eigentlich schon Interesse hätte. Und dass ich ihm für dieses Angebot gerne die Füße küssen würde, möglichst cool.

Tja, und so begann meine Mitarbeit bei BAD EARTH. Der österreichische Autor, der mich empfohlen hatte, war übrigens Andreas Findig, der wenig später durch seine – leider nur sehr wenigen – Beiträge zur PERRY RHODAN-Serie begeisterte.

8361Ich war bei meinem ersten Beitrag zu BAD EARTH (Band 3) reichlich nervös, doch Manfred Weinland unterstützte mich, machte mich mit den redaktionellen Abläufen bei Bastei bekannt, gab mir Tipps, half mir bei der Überarbeitung. Ich hätte keinen besseren Mentor finden können, ehrlich.

Völlig überraschend erhielt ich von Manfred den Auftrag, gleich den Nachfolgeroman, Band 4, zu schreiben. Ein anderer Autor war ausgefallen, ich sollte kurzerhand einspringen. In all meiner Unerfahrenheit musste ich auf Druck arbeiten, der Abgabetermin war recht knapp. Es wundert mich heute noch, dass ich dies trotz meiner Unsicherheiten und Nervosität gebacken bekam.

Ich war nun mehr oder weniger Stammautor bei BAD EARTH. Die Bände 11, 14 und 19 schrieb ich mit großer Begeisterung. Wahrscheinlich waren sie meine besten Beiträge zur Serie. Manfred gab mir sehr, sehr viel Freiraum, um eigene Geschichten und Figuren zu entwickeln.

23 und 24 spielten auf der Erde bzw. im Erd-Orbit und ich kam auf die wahnwitzige Idee, Walter Ernsting vulgo Clark Darlton in einem der Bände zu würdigen. Ich machte ihn zu einem meiner Hauptdarsteller, zeichnete seine Figur mit großer Liebe und war schwer begeistert von meiner eigenen Idee.

Bald nach dem Erscheinen des Romans schickte ich den Roman mit einer Widmung an Walter Ernsting. Wir hatten damals losen Brief- und Telephonkontakt, ich himmelte den Altmeister der deutschsprachigen Science Fiction an. Ich erhielt bald darauf einen Anruf von ihm, und seine Meinung zur Hommage war, in zwei Worten gefasst, ein eher wenig begeistertes „Na ja …“
Pfau, war ich deprimiert! Ich traue mich seitdem nicht mehr, diesen Roman zu lesen.

bad-earth-11
Ein beeindruckendes Titelbild der Heftroman-Serie

Meine letzten beiden BAD EARTH-Romane schrieb ich mit weniger Enthusiasmus, muss ich ehrlich gestehen. Ich bemühte mich selbstverständlich und ich glaube, dass die Nummern 33 und 34 nicht schlecht geworden sind; aber ich arbeitete zu dieser Zeit bereits bei anderen Serien mit und war nicht mehr so richtig in der Materie drin.

Ein knappes halbes Jahr später ließ Bastei BAD EARTH mit Nummer 45 auslaufen. Viel zu früh, meiner Meinung nach. Denn von ihrem Ideenreichtum her war die Serie richtig gut. Umso glücklicher war ich, als ich hörte, dass der Zaubermond-Verlag BAD EARTH übernehmen und sie übergangslos in Buchform fortführen würde.

44 Bücher lang schrieb Manfred Weinland weitere Abenteuer, die im BAD EARTH-Kosmos spielten, dann und wann unterstützt von anderen Autoren. Vor einigen Jahren endete auch diese Epoche.
Und nun kann eine neue Generation an Lesern diese teilweise stark unterbewertete Science Fiction-Romanserie nachlesen. Nach und nach werden alle 45 Heftromane veröffentlicht, wie sie beim Bastei-Verlag erschienen sind. Ich wünsche jedem Leser viel Spaß, wenn er den Helden John Cloud bei seiner Reise ins Unbekannte begleitet.

(Anmerkung: Dieser Artikel basiert auf einem älteren Beitrag, wie er auch andernorts in meinem Blog zu finden ist. Ich habe ihn behutsam korrigiert und ergänzt.)

Die Titelbilder sind ©Bastei Verlag/Bastei Entertainment.

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