Reise ins Unbekannte

Es ist die Natur, die mich inspiriert, immer wieder. Dazu braucht’s bloß einen Blick aufs Kleine. Auf winzige, scheinbare Belanglosigkeiten am Wegesrand. Und dann schreibe ich Geschichten.
Ich muß es bloß zulassen. Ich muß mich bloß trauen. Manchmal kostet es Überwindung, denn ich muß mich mit meinen Spintisierereien dem Leser gegenüber verantworten. Er urteilt: gut, schlecht, langweilig, spannend, unverständlich, phantasievoll.

Vier Photos reichen, um eine mir neue und unbekannte Welt zu schaffen. Die Bilder fügen sich zusammen und ergeben … etwas. Noch ist die Geschichte roh und unbearbeitet, und vermutlich werde ich sie nie zu Ende schreiben. Doch das spielt keine Rolle. Es geht darum, andere Welten zu betreten und sie mit den Augen eines staunenden Kindes kennenzulernen.

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Ein hohler Baumstumpf, dessen Innenseite von Pilzen bewachsen ist? – Unsinn! Hier handelt sich’s eindeutig um biogenetische Häuserstrukturen, die sich fortpflanzen und allmählich vergrößern. Sie klammern sich an verwitternde Steinstrukturen und sprengen sie von innen auf.
Die vielgliedrigen Bewohner spinnen sich im Inneren ihrer Gebäude ein. Sie essen einerseits Teile der Häuser und verfestigen sie andererseits mit Hilfe ihrer Ausscheidungen. Die P’sone werden in ihren Bauten geboren und sterben dort.

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Vereinzelt unternehmen Mitglieder des P’sone-Volks Versuche, aus ihren symbiontischen Lebensverhältnissen auszubrechen. Mit ihren scharfen Gehzangen krallen sie sich in den Steinstrukturen fest und klettern nach oben, der Sonne entgegen. Jeder dieser Emigranten hinterläßt seine eigene Spur, und kein Steigkamin gleicht dem anderen.
Doch nur wenige P’sone schaffen den Aufstieg.

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Oben angekommen, erblickt der P’sone Dinge, die er niemals zuvor gesehen hat. Er fühlt die Hitze dieser schrecklichen Sonne, er riecht Fremdes, er wird mit völlig neuen Eindrücken konfrontiert.
Zapfen hängen von versteinerten Bio-Strukturen. Sie bewegen sich im Wind, stoßen gegeneinander und erzeugen dabei eine Art Musik, die eine beängstigende Wirkung auf den P’sone ausüben.

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Er flüchtet, läuft weiter ins Fremde hinein, verwirrt von all dem Neuen. Der P’sone weiß, daß er das Falsche tut. Eigentlich sollte er den Weg zurück nehmen. Zurück in die Hausheimat, um sich einzuspinnen und seinen Beitrag zum Wachstum der Kolonie zu leisten. Doch er weiß auch, daß er sein Recht auf Rückkehr verwirkt hat. Er hat Verrat an seinem Volk begangen, sobald er die Hausheimat hinter sich gelassen hatte.

Er läßt die Angst für eine Weile zu und setzt sich dann in Bewegung.

 

 

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