Die Space-Thriller

1101641014120727Mit allerallergrößter Freude hab ich gehört und gelesen, daß die vier Romane der Space-Thriller-Reihe eine Neuauflage erfahren, und zwar in Form von Ebooks.

Ich halte diese vier für sich alleine stehenden Romane mithin für das Beste, was an Nebenprodukten bei PERRY RHODAN je rausgekommen ist. Ohne das tatsächliche Konzept zu kennen, sehe ich da spannende Abenteuer in Krimi-Manier, die im 49. Jahrhundert der Menschheitsgeschichte angesiedelt wurden. Die Schlaglichter auf das Leben zu dieser Zeit werfen, die uns Randfiguren des PERRY RHODAN-Kosmos näher bringen – und die das Leben in der Zukunft fassbar machen.
Darüber hinaus verbinden mich einige kleinere Elemente ganz besonders mit Band 1 der Space-Thriller, mit Robert Feldhoffs Grüße vom Sternenbiest. Doch dazu mehr weiter unten.

„Grüße vom Sternenbiest“ wurde nicht umsonst im Jahr 1998 vom Science Fiction Club Deutschland als bester Roman ausgezeichnet. Robert schrieb dieses Buch in Höchstform. Was er in punkto Figurenzeichnung und Exotik ablieferte, war grandios . Er wandelte stilistisch auf den Spuren von Willi Voltz und schaffte es problemlos, mich in eine unglaublich dichte Erzählung reinzuziehen (die übrigens auch Horror-Elemente aufwies).
Er machte dem Leser das Leben in Terrania City begreiflich. Wie die Energieversorgung funktionierte, die Verkehrssysteme, die Sicherheitsmaßnahmen, urbanes Leben im Allgemeinen. Es gab Abarten von Sex, wie sie in der Erstauflage kaum beschrieben werden. Es gab ungewöhnliche Schauplätze, ein buntes Potpourri an Helden und Bösewichtern – und Figuren, die beides in einem waren.
Vor 18 Jahren war es noch nicht sooo üblich, düstere oder kaputte Helden zu beschreiben. Robert schaffte das mit Bravour. Sholter Roog, der TLD-Agent in der Hauptrolle, war mir auf seine miese, kaputte Art sofort sympathisch. Ich litt mit ihm, ich fieberte mit ihm. Aber auch die Beschreibung der TLD-Chefin Gia de Moleon überzeugte vollends. Und diese junge Frau, die Robert für „Grüße vom Sternenbiest“ erfand, diese Fee Kellind … Ein bekannter Name für PERRY-Fans, nicht wahr?
War es von vornherein geplant, daß Fee in die Erstauflage übernommen werden sollte – oder kam sie in Roberts Buch einfach so gut an? – Das ist eine Frage, die wohl nur Klaus Frick beantworten kann.
Und natürlich war da auch noch Felsenheimer. Eine Figur, so bizarr, so sonderbar, daß ich sie Robert heute noch neidisch bin.

Wie ich bereits andeutete, ist „Grüße vom Sternenbiest“ für mich auch von persönlicher Bedeutung. Ich übernahm die Figur des Sholter Roog für eine Nebenrolle meines Fan-Romans Mit den Augen des Mörders (der später in einer erweiterten Fassung auch als PERRY RHODAN-Planetenroman 14 erscheinen sollte). Ich kümmerte mich um Gia de Moleon, diese kaltherzige Agenten-Chefin, die im geheimnisumwitterten TLD-Tower wie eine Spinne ihre Fäden zog. Ich versuchte auch, ein wenig von der Düsternis einzufangen, die Robert in „Grüße vom Sternenbiest“ vermittelte. Der Fan-Roman stand beinahe am Anfang meiner Karriere als Berufs-Schriftsteller – und mit ihm also auch der Space-Thriller Nummer 1.

Nicht nur Robert Feldhoffs Auftaktband war von großartiger Qualität. Ich erinnere mich, die darauffolgenden drei Bände mit genauso viel Begeisterung gelesen zu haben. In Buch Nummer 2, Eine Welt für Mörder, geschrieben von Peter Terrid, tauchte meines Wissens erstmals die dezentrale Wohnung auf; ein Konzept, das ich nach wie vor für grandios halte. Ich habe es ebenfalls in meinen Fan-Roman übernommen, es dort sogar zu einem bestimmenden Thema gemacht.

Ich hatte das Gefühl, daß die Autoren – in weiterer Folge noch H.G.Francis und Konrad Schaef – in dieser kurzlebigen Serie aufblühten und sich befreit von den üblichen Beengungen eines Heftromans austoben konnten. Schade, daß es danach nicht mehr weiterging. Ich hätte gerne noch mehr aus dieser Zeit erfahren und ich frage mich, wie gut neu geschriebene Space Thriller heutzutage bei den Lesern ankommen könnten …

„Grüße vom Sternenbiest“ ist ab Mitte April 2016 zum Download auf den üblichen Portalen verfügbar. Die weiteren Romane folgen in Monatsabständen.

 

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4 thoughts on “Die Space-Thriller

  1. Ich stimme bei den ersten beiden Bänden zu.
    Schaefs Roman hingegen war eine Qual. Und das nicht nur wegen des Copy and Paste Patzers und anderer Rechtschreibfehler. Als hätte es niemand Korrektur gelesen.
    Francis‘ Roman liegt noch hier.

    • Ich muß gestehen, daß ich an den Schaef-Roman keine besonders intensive Erinnerung hab, weder positiv noch negativ. Mir hat das Konzept der Space-Thriller an sich sehr gute gefallen.

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