And now for something completely different

In einer großen Wohnung, die über Generationen hinweg und durchgehend von einer Familie bewohnt wird, lagert sich so einiges ab. Manche Dinge nimmt man gar nicht mehr wahr, andere bleiben über Jahre oder gar Jahrzehnte unentdeckt, um dann unvermutet wieder ans Tageslicht zu gelangen.

Wenn man sich etwas bewußter umsieht, entdeckt man Gegenstände des Alltags, die den Großeltern oder Eltern gehört haben. Die vor sechzig Jahren oder mehr dem Zeitgeist entsprochen haben oder „praktisch“ waren. In ihrer Ästhetik üben sie einen sonderbaren Reiz auf mich aus. Sie beginnen, Geschichten zu erzählen und mir mehr über meine Altvorderen zu sagen. Hier einige Beispiele:

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Ein massives Stehfeuerzeug aus den Fünfzigern. Ich sah es oft auf dem Tisch stehen, wenn meine Großeltern eine „Gesellschaft gaben“.

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Ein Reise-Schuhputzzeug, wohl aus den Sechzigern. Mein Großvater legte stets Wert auf glänzende und gut geputzte Schuhe. Auch, wenn er unterwegs oder auf Urlaub war.

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Ein Flachmann. Versilbert. Wahrscheinlich uralt. Der wurde unter den männlichen Mitgliedern der Familie oft heimlich herumgereicht. Die ehrwürdigen Herrschaften standen eng beisammen, nippten verstohlen daraus und ließen das Ding reihum wandern. Inhalt war meist ein selbstgebrannter Sliwowitz.

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Eine Handtasche aus den Fünfzigern mit Metallummantelung und Innenspiegel. Das Ding war damals anscheinend en vogue. Es bietet Platz für rein gar nix und wiegt fast ein halbes Kilo, überall sind scharfe Kanten. Man hatte es wohl, um es den Konkurrentinnen stolz unter die Nase halten zu können.

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Mich faszinieren Schönschrift und Druck. Die Akkuratesse, mit der dieser Lehrbrief vor über hundert Jahren ausgefüllt wurde. Der Stich, mit Wappen und Insignien, auf dickem Karton. Diese Urkunde besaß einen „Wert“. Der Inhaber des Lehrbriefs war ein angeheirateter Verwandter von mir, ein Großonkel.

 

 

 

 

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4 thoughts on “And now for something completely different

  1. Gerade der Brief fasziniert mich auch. Überhaupt die Alltagsgegenstände aus früherer Zeit und im Optimalfall aus der eigenen Familie – es hat was (Besonderes).

  2. Man muss sich nur mal vorstellen, unserere Ur-Ur-Ur-Ur-undsoweiter-Großeltern hätten schon Dinge wie Zeugnisse oder ähnliches hinterlassen. Ich finde so etwas unglaublich interessant und betreibe privat auch ein wenig Ahnenforschung.
    Daher vielen Dank fürs Teilhaben lassen. 🙂

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