Resumé Frühjahrs-Schreibcamp

So, jetzt ist es vorüber, ich kann mal kräftig durchatmen und reflektieren, was denn beim Frühjahrs-Schreibcamp so alles geschehen ist.

Ein Teilnehmer mußte leider krankheitsbedingt absagen, also hatten mein Co Leo Lukas und ich acht Schreibinteressierte. Fünf Tage lang stopften wir sie mit Wissen zum Beruf des Autors voll, analysierten intensiv die eingereichten Texte und gaben ihnen Schreibübungen auf, die doch recht knifflig waren. Was mich allerdings verblüffte, war, wie geschickt sie allesamt die gestellten Aufgaben lösten.
Ein Beispiel: Eine Kürzestgeschichte des SF-Autors Fredric Brown (ich würde sie ins Horror-Genre einordnen), geht so: „Der letzte Mensch der Erde saß allein in einem Zimmer. Da klopfte es an der Tür“ Auf diese Vorgabe hin sollten die Schreibcamp-Teilnehmer eine Fortsetzung schreiben. Wirklich keine leichte Übung – und doch bekam ich acht sehr verschiedene, zum Großteil gute und originelle Kurzgeschichten geliefert.
Insbesonders für die Analyse der eingereichten Texte haben wir uns sehr viel Zeit genommen. Alle Werke, die von blutigen Anfängern, aber auch von sehr fortgeschrittenen Autoren im Vorfeld geschrieben worden waren, wurden stundenlang zerlegt und besprochen. Wir zeigten, wie viel man aus einer Geschichte rausholen kann. Da wurde schon mal eine Viertelstunde lang über einen Satz diskutiert.

Wichtig für Leo Lukas und mich ist, bei den Schreibcamps Respekt vor den Werken der Teilnehmer zu zeigen und ihnen den „Klang“ des Autors zu lassen, den eigenen Stil. Ich glaube, daß uns das recht gut gelungen ist. Unsere Leute zeigten sich allesamt hochzufrieden , Einige von ihnen möchten gerne wiederkommen. Und ich hab wie immer selbst sehr viel gelernt, mir einige Notizen gemacht, sehr intensiv reflektiert. Wenn man die Fehler Anderer vorgehalten bekommt, fallen einem die eigenen beim Schreiben erst so richtig auf.
Jedenfalls war es ein sehr ergiebiges, anstrengendes, immer spannendes Schreibcamp – und auch der Spaß kam nicht zu kurz.

Schon im Oktober geht es weiter, mit einem – leider schon ausgebuchten – Neun-Tages-Camp. Und auch 2016 wird es wohl wieder Schreibcamps in Wiener Neustadt geben …

Die Photos sind teilweise Copyright Janka Ptacek

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s