Gedanken zum PERRY-Lesen

Zu meinem Interview mit Christian Montillon, einem der PERRY RHODAN-Expokraten, kam der Kommentar eines Lesers: Ich sollte Christian und seinen Kollegen, Wim Vandemaan, doch mal fragen, wie sehr sie bei der Gestaltung des PERRY-Zyklus von Band 2700 bis 2799 Anleihen bei der fünften Staffel der Fernsehserie Fringe genommen hätten.

Nun, das hab ich getan. Die Antwort: Christian kennt Fringe nur bis zur dritten Staffel, Wim hat die Serie nicht gesehen. Es gibt also keinen Einfluß durch diese Serie auf die Ideengestaltung des aktuellen PERRY RHODAN-Zyklus.

Ich bekomme in Kritiken zu meinen Romanen auch öfter mal gesagt: „Das hat der Thurner von Star Trek TNG„. Oder: „Dieses Thema gab es auch Babylon Fünf„. Oder: „So eine ähnliche Figur kenne ich aus der Serie Andromeda.“

Was mich dann schon ein bißl amüsiert. Denn die letzte SF-Serie, die ich gesehen habe, war Raumschiff Enterprise bei der österreichischen Erstausstrahlung. Davor war noch UFO, wenn ich die zeitliche Einordnung richtig hinbekomme. Und halt!, vor einigen Jahren habe ich mit Begeisterung die, hm, Phantastik-Serie Lost angeschaut. Und die beiden ersten Staffeln von Heroes. Das war’s dann aber auch schon.

Mich interessiert SF im Fernsehen tatsächlich nicht. Ich langweile mich bei stetig gleichem Interieur und Setting. Serials im TV sind nichts für mich. Um nicht zu sagen, daß sie mich einfach nur anöden. Los los, jetzt könnt ihr gerne auf mich einprügeln 🙂 …

Das Lesen einer Serie wie PERRY RHODAN ist eine ganz andere Angelegenheit: Der Perry, der mich seit nunmehr vierzig Jahren begleitet, ist eine ganz persönliche Figur, die es so nur in meinem Kopf gibt. Die kann ich ausgestalten und mir vorstellen, wie ich es möchte.
Deren Heldentum und Taten sind auch mein Heldentum und meine Taten. Ich bekomme nichts durch Bilder vorgekaut, sondern ich stecke selbst mittendrin in der Handlung. Perry Rhodan, an und für sich eine stereotype Figur, die das Gute im Menschen darstellen soll, die nach Erfüllung, Weisheit und moralischer Gerechtigkeit strebt – das bin ich selbst, während ich lese.

In den letzten Jahren sind andere Handlungsfiguren bei PERRY RHODAN viel facettenreicher geworden: Sie sind nicht mehr so strahlend sauber, wie sie mal waren, und das ist auch richtig so. Sie entwickeln sich weiter, sie treffen falsche Entscheidungen, sie haben Charakterfehler. Nicht so Perry himself. Der ist weiterhin Projektionsfläche für uns Leser. In ihn schlüpfen wir rein und retten das Universum – oder zumindest mal zwischendurch eine kleine Galaxis. Und irgendwie scheint diese Idee auch die richtige zu sein. Ansonsten würden wir nicht schon das 54. Jahr seit Start der Serie PERRY RHODAN zählen …

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4 thoughts on “Gedanken zum PERRY-Lesen

  1. Nun, der Leser war ich 😉 Wie schon auf Twitter geschrieben, meine Frage war nicht soo ernst gemeint. Außerdem war ja noch die Beschränkung auf 140 Zeichen.

    Achtung, Spoiler zu Fringe ab jetzt!

    Sie war mehr darauf bezogen, dass sowohl im aktuellen Zyklus als auch in der 5. Staffel Fringe die Bedrohung aus der Zukunft kam. Bei Fringe geht die Bedrohung der Menschheit von der zukünftigen Menschheit. Und irgendwie habe ich seit den Zyklusanfängen den Verdacht, dass zumindest Teile des zukünftigen Galaktikums hinter der jetzigen Bedrohung stehen. Der Hinweis mit dem kristallinen Richter und den Keloskern war ja überdeutlich.

    Spoiler-Ende.

    SF hat sich schon immer gegenseitig befruchtet. Auch in den Fällen, wo die Autoren die gegenseitigen Werke nicht kannten. Schon zu ST:TOS kam öfter aus dem PR-Fandom der mehr oder weniger gelangweilte bis amüsierte Hinweis auf entsprechende Ideen aus PR. Solche Hinweise gehören zur SF wie der Phaser zu Gucky. (Hab doch hoffentlich nix verwechselt?)

    Für Christian den Tipp, Fringe weiter zu schauen. Es lohnt sich, manche Wendungen sind wirklich überraschend. Und Heroes… Tja. Die drei Staffeln Heroes entsprechen wohl den drei Matrix-Teilen. Irgendwann schau ich die 2. Staffel fertig, versprochen.

    Viele Grüße von

    einem Alt-, Ex-, Wieder-, Nochmal Ex- und derzeitigen Dochmalwieder-Leser.

    • Dochmalwieder-Leser sind das Zweitbeste nach Nunendgültigdabeibleib-Leser. 🙂
      Danke für den Kommentar – und für die Vorlage auf Twitter. Ist immer schön, wenn aus einem kurzen Satz ein ganzer Blog-Eintrag wird. Schöne Grüße, Michael

      • Ob ich jetzt endgültig dableibe kann ich nicht versprechen. Aber immerhin, beim letzten Aussetzer war diesmal nicht nur die Serie schuld (obwohl es Neuroversum nie zu einem meiner beliebtesten Zyklen schaffen wird), sondern zwei potentielle Neuleser haben meine verfügbare Zeit rapide schrumpfen lassen. Beim aktuellen Zyklus bin ich daher immer noch beim Aufholen, was praktisch nur in der U-Bahn gelingt.

        Leider konnte ich mich bei den Neulesern nicht mit den Namensvorschlägen Michael und Susanne gegen meine Frau durchsetzen.

  2. Na ja, die Themen deiner Hefte basieren ja auf Exposés. Vielelicht kennt ja der entsprechende Expokrateur „Star Trek TNG“, “Babylon Fünf“ oder“Andromeda“.

    Und was Fringe betrifft kann es dann ja wieder umgekehrt sein, der grobe Zyklen-Rahmen wird ja m.W. auf der Autorenkonferenz abgesteckt. Also hat sich da vielleicht einer deiner Kollegen von Fringe inspirieren lassen.

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