Zu PERRY RHODAN 2789

2789tibi-21e3b6a3Vorneweg die Warnung: Ich spoilere ein klein wenig, was den Inhalt des Romans betrifft! Das Lesen erfolgt also auf eigenes Risiko.

In wenigen Tagen erscheint er also, der letzte Roman des Zyklus aus meiner virtuellen Feder. „Plothalos Trümmerwelten“ heißt er, und wieder einmal gab es schon um den Titel kleine Diskussionen. Es fällt mir einfach schwer, PERRY-Romanen einen passenden, reizvollen Namen zu verpassen. Da bin ich schon sehr dankbar dafür, daß es einen Chefredakteur namens Klaus N. Frick gibt, der mir immer wieder dabei hilft.

Zum Titelbild von Arndt Drechsler ist zu sagen, daß ich es prinzipiell sehr mag. Ich liebe die Rottöne und die Dynamik, die da erahnt werden kann. Aber ich persönlich komme mit den Würfelformen bei Raumschiffen nicht und nicht zurecht. Ich mag weiche oder ungewöhnliche Formen. Das Eckige und Gleichförmige irritiert mich; aber das ist, wie in vielerlei Hinsicht, reine Geschmackssache.

Der titelgebende Herr Plothalo ist ein Paramag. Die Paramags sind ein Völklein, das in der Frühzeit der Serie aufgetaucht ist. Ich muß ehrlich gestehen, daß ich die damaligen Geschichten rings um die Paramags im sogenannten „Altmutanten“-Zyklus nicht sonderlich reizvoll fand und diese Romane auch nur überflogen habe. Mir ist kaum etwas davon in Erinnerung geblieben, also dachte ich im Vorfeld meiner Schreibarbeit darüber nach, einige alte PERRY RHODAN-Hefte durchzublättern. Ich hab es aber dann gelassen. Denn was ich beschreibe, das Leben in den Trümmerwelten, hatte eh kaum Platz in den 500er-Heftromanen, und was über die Paramags sowie ihre Lebensweisen bekannt ist, läßt sich locker in einigen Zeilen zusammenfassen. Ich hatte also Platz und Gelegenheit, Plothalo im Speziellen und die Paramags im Allgemeinen ein bißl besser zu definieren.
Womit wir ganz allgemein beim Platzproblem sind: Ich hätte mich gerne noch intensiver mit diesem Leutchen beschäftigt. Ihre Kultur ausgearbeitet, ihr Sozialverhalten, ihre Ängste und ihre Sorgen näher beschrieben. Da gab es einige irrsinnig reizvolle Ansätze im Exposé, die ich leider nicht ausarbeiten konnte. Verflixt!

Ich hatte bei meinen letzten PERRY RHODAN-Romanen immer wieder Probleme, den richtigen Ton oder die richtige Sprache zu finden. Deshalb hab ich diesmal Klaus N. Frick gebeten, ihm vorab eine Leseprobe der ersten Kapitel schicken zu dürfen, damit er mir ein Feedback gibt, bevor ich mich in etwas verrenne. Nun, das Feedback ist positiv ausgefallen – und dennoch haben dann einige Teile des Romans nicht richtig funktioniert. Ich mußte nachbessern, was immer ein bißl unangenehm ist für mich. Aber es war halt notwendig.

Laßt mich nochmal zu Plothalo zurückkehren, der titelgebenden Figur. Der Paramag ist nicht außergewöhnlich, kein Held. Er hat allerdings einen Makel, mit dem er selbst nur sehr schwer zurechtkommt. Und nun trifft er auf ein Kommandounternehmen der Terraner, deren Mitglieder ihn fordern, ihn brauchen – und ihn womöglich auch ausnutzen. Er steckt in einer ziemlich unangenehmen Situation, und das fand ich extrem reizvoll zu beschreiben.

Eine andere Hauptperson des Romans ist Gucky. Der Ilt, der mit der Adaptierung seiner neuen Psi-Gaben kämpft. Auch diese Gedankenansätze waren für mich im Roman wichtig, auch wenn sie dem Leser gar nicht so auffallen werden. Und ich wollte ihn in Zusammenarbeit mit einigen anderen recht exotischen Wesen zeigen. Wie zum Beispiel dem Oxtorner Monkey oder mit einem Laosoor … Die eher ruhigen Dialoge in solchen Geschichten, fernab von aller Action, mag ich sehr.

Ich hab mir im Roman auch einige Gedanken gemacht um die Konsequenzen dessen, was die „Big Player“ in der Milchstraße gerade anstellen. Was geschieht mit den Angehörigen all der kleinen Völker, die zwischen Terranern, Arkoniden, Tefrodern und den Atopischen Kräften zerrieben werden? Wo gehören sie hin, wie können sie sich verteidigen? Wollen Völker wie das der Paramags nicht einfach nur in Ruhe gelassen werden? – Nun, meine Antwort fällt nicht eindeutig aus. Aber für mich bot sich in diesem Roman die – kleine – Gelegenheit, dieses Thema mal aufs Tapet zu bringen.

Letztlich war es der letzte Roman, den ich für diesen Zyklus verfaßt habe. Danach begann die Arbeit an einem Fantasy-Buch, und ich war gar nicht so unglücklich darüber, ein bißl Abstand zu PERRY RHODAN zu bekommen. Ich war glaub ich der aktivste Autor in diesem Zyklus, habe auch zwei recht ungewöhnliche Dreifach-Bände geschrieben, und da war’s auch mal genug. Ich liebe die Serie und bin stolz drauf, daran mitwirken zu dürfen – aber irgendwann braucht man auch ein bißl Pause davon. Um Atem schöpfen zu können, um neu ansetzen zu können. Und so freu ich mich sehr auf die Zusage der Expokraten, im Zyklus nach Band 2800 einen Doppelband schreiben zu dürfen.

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11 thoughts on “Zu PERRY RHODAN 2789

  1. Herzlichen Glückwunsch zur baldigen Veröffentlichung! Ich habe noch nie einen Perry Rhodan-Roman gelesen, aber es klingt auf jeden Fall sehr spannend. Ich hatte davon gehört, aber nie gewusst, dass die Romane von einem Autorenkollektiv geschrieben werden – eine sehr interessante Idee, wie ich finde!

    Machst du jetzt erst Mal Pause oder schreibst du gleich weiter?

    PS: Würfelform-Raumschiffe finde ich auch gewöhnungsbedürftig 😉

    • Ich sitz grad an einem Fantasy-Manuskript, das mich noch einige Wochen in Anspruch nehmen wird.
      PERRY RHODAN wird seit jeher, also seit 1961, von einer wechselnden Anzahl an Autoren geschrieben. Derzeit sind es über zehn.

      Schöne Grüße, Michael

  2. Das klingt alles sehr spannend und ich fand deine Romane in diesem Zyklus klasse. Vor allem die Dreifach-Bände waren mal ein neuer und interessanter Ansatz!
    Vielen Dank für deinen Gegenbesuch in meinem Blog, das Perry Rhodan-Jahr 1988 hatte doch tolle Produkte! Einige davon würde ich auch heute noch gerne kaufen 🙂
    Liebe Grüße vom Zeitreisenden!

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