Interview mit … Roman Schleifer

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Dieses Photo wurde sorgfältig arrangiert. Wenn sich Roman auch nicht herzeigen möchte, so finden wir doch u.a. Hinweise auf Romans Musikgeschmack, auf seine Lieblingsfigur der PERRY RHODAN-Serie und auf seinen ausgezeichneten Geschmack, was Bücher betrifft. Im Regal liegt zum Beispiel ein Exemplar meines Fantasy-Romans „Der Gottbettler“.

Dieser Tage erscheint PERRY RHODAN Stardust Band 2 aus der Feder des Wiener Autors Roman Schleifer. Er hat mir einige Fragen zu seiner Arbeit als Autor beantwortet.

 

F: Roman, nach einer Menge Kurzgeschichten im Rahmen der STELLARIS-Serie bekommen wir nun erstmals einen (Heft)Roman von dir zu lesen. Ich gratuliere sehr herzlich! Wie war das Feeling, wie ist es dir bei der Arbeit ergangen?

A: Danke für die Gratulation.

Es ist für mich immer noch etwas Besonderes. Allein offiziell den Namen »Perry Rhodan« zu tippen, war ein toller Moment für den Fan in mir, der seit drei Jahrzehnten PERRY RHODAN liest und natürlich auch für den Autor, der ebenso lang Geschichten schreibt. Als im Alter von 15 Jahren meine erste Kurzgeschichte auf der LKS veröffentlicht wurde, hätte ich mir nicht gedacht, dass ich jemals einen RHODAN-Roman schreiben würde. Das war weder als Gedanke noch als Wunsch in mir. Und jetzt halte ich den fertigen Roman in Händen.

Aber was erzähle ich dir. Du kennst das ja aus eigener Erfahrung.

 

F: Du bist Mitglied des Wiener PERRY RHODAN-Stammtischs, der offenbar einen recht guten Humus für PERRY-Autoren darstellt. Andreas Findig, Leo Lukas, Ernst Vlcek waren und sind Gäste, dazu kommen die Zeichner Michael Wittmann und Raimund Habeck, der Modellbauer Raimund Peter, und meinereiner schaut ja auch ab und zu beim Stammtisch vorbei. Hast du eine Erklärung für diese doch recht bemerkenswerte Häufung an kreativen Köpfen?

A: Die Macht ist stark in uns, junger … Vielleicht stimmt auch der Slogan, der jahrelang auf Werbetafeln bei der Autobahn-Einfahrt an der Wiener Stadtgrenze zu lesen war: »Wien ist anders.«

Es könnte aber auch sein, dass sich in Wien kosmische Energien bündeln …

 

F: Kommen wir zu deinem Roman. Wie funktionierte die Zusammenarbeit mit Expo-Autor Uwe Anton und der Redaktion?

A: Die Zusammenarbeit zwischen Uwe Anton und mir war bereits bei der Expo-Erstellung sehr eng. Daher sind viele Ideen von mir zur Handlung und Figurencharakteristik in das Expo eingeflossen. Das half mir als Autor, weil ich mir das Expo nicht erarbeiten bzw. aufschlüsseln musste. Ich kannte die selbstkreierten Figuren, kannte die Wendungen der Handlung, wusste, wohin es geht.

Die Zusammenarbeit mit der Redaktion war nach Abgabe des Manuskripts ebenfalls sehr eng. Klaus N. Frick hat sich enorm viel Zeit für Rückmeldungen genommen, die ich wie ein Schwamm aufgesogen habe.

 

F: Wie intensiv war die Vorbereitung auf diesen Roman? Es gab ja sicherlich reichlich Hintergrundmaterial zum Stardust-System, das du durcharbeiten musstest …

A: Ich habe mir alle Romane mit Eritrea Kush durchgelesen und darauf aufbauend ihre Lebensgeschichte ab 1463 NGZ erstellt. Diese Informationen hat Uwe weitgehend übernommen. Das Gute bei diesem Minizyklus ist, dass er eine neue Geschichte innerhalb von Far Away erzählt.

Die Entwicklungen, die nach dem Ende von Heft 2599 passiert sind und die Uwe sowie das Autorenteam neu geschaffen haben, fließen in die Romane ein. Daher wird kein Vorwissen benötigt. Der Mini-Zyklus eignet sich also auch für Neuleser und für alle, die nicht mehr genau wissen, was außer dem Erscheinen von VATROX-VAMU in Far Away handlungsrelevant war.

Für Leser, die das Entstehen des Stardust-Systems kennen, bietet sich zusätzlich die Möglichkeit, zu lesen, wie sich die dortige Menschheit und einzelne Figuren wie zum Beispiel Eritrea Kush weiterentwickelt haben. Ihre Entwicklung, vor allem ihre Hintergrundgeschichte, finde ich sehr interessant. Es ist nicht alles so heiter, wie es den Anschein hat. Ja, diese Frau verbirgt etwas vor uns!

 

F: Du hattest in deinem Text unter anderem Eritrea Kush und Perry Rhodan als Hauptfiguren. Rhodan ist nicht immer leicht zu handhaben. Wie ist es dir mit dem Unsterblichen ergangen?

A: Aus Ehrfurcht vor dem alten Knacker habe ich mit Kapitel zwei begonnen, in dem er nicht vorkommt und eine neue Figur eingeführt wird. Im Erstmanuskript bin ich erst in der zweiten Hälfte auf ihn gestoßen. Da war ich schon »eingeschrieben«.

Dennoch war es ein tolles Gefühl zum ersten Mal offiziell Perry Rhodan schriftstellerisch zu dirigieren. Zum Glück agierte er von allein, und ich musste nur noch seine Handlungen abtippen. Er ist ja aus schriftstellerischer Sicht ein aktives Kerlchen.

 

F: Uwe Anton meinte kürzlich in einem Interview, dass Eritrea Kush eine der wenigen Frauenfiguren sei, die im PERRY RHODAN-Universum funktioniere. Wie kamst du mit ihr zurecht?

A: Oh, ich habe mich ihr mit Hilfe meines Wiener Charmes angenähert. Und wer könnte dem widerstehen?

 

F: Du hast ein technisch bestimmtes Umfeld in deinem Roman. Sprich: die Handlung spielt fast zur Gänze an Bord zweier Raumschiffe. War das ein besonderer Wunsch von dir, wurde dir das auf den Leib geschrieben?

A: Mein Roman ist die konsequente Fortführung von Band 1, aus dem sich zwangsläufig ein Szenario auf Raumschiffen ergibt. Natürlich hätte das Uwe im Expo auch mit einem Kapitel abhandeln können, doch wir wollten bewusst die Science in diesem Roman betonen.

Bislang war ich nach drei Jahrzehnten als RHODAN-Leser der Meinung, ich kenne mich mit PERRY RHODAN-Technik aus. Doch bei der Erstellung des Szenarios und der Vertiefung der technischen Probleme bin ich rasch an die Grenzen meines technischen Verständnisses gestoßen.

Zum Glück berät mich in punkto Technik für meine STELLARIS-Stories seit Jahren der Risszeichner Peter Dachgruber. Er hat mir bei den technischen Details auch bei STARDUST unter die Arme gegriffen. Für jedes technische Problem hat er eine Lösung innerhalb der Serientechnik gefunden und so mein Verständnis dafür erhöht. Ich weiß jetzt, was Spittocks sind, und weiß, wie ein Notablasstest auf einem Raumschiff funktioniert.

An dieser Stelle ein großes, offizielles Danke an Peter Dachgruber!

 

F: Und zum Abschluss: Wie siehst du selbst deine schriftstellerische Entwicklung, wo wird es mal hingehen? Du hast ja einen Brotberuf im Bankbereich, der recht gut bezahlt ist. Aber ein Hubert Haensel zum Beispiel, in derselben Branche tätig, hat im Alter von fünfzig Jahren den Sprung in die schriftstellerische Selbständigkeit gewagt. Kannst du dir etwas Ähnliches vorstellen?

A: Ich kann mir alles vorstellen, ich bin Autor.

Aber ernsthaft: Über einen Sprung in die Selbstständigkeit denke ich nicht nach. Diese Frage stellt sich derzeit nicht und wird sich auch in naher Zukunft nicht stellen. Schreiben ist für mich weiterhin ein Hobby, das ich für mich mit dem STARDUST-Roman gekrönt habe.

Die STELLARIS-Geschichten sind auch künftig eine interessante Möglichkeit, sich innerhalb eines weitmaschigen Rahmens Geschichten auszudenken. Und dein Schreibcamp, in dem wir als Team innerhalb von fünf Tagen einen ganzen Roman geschrieben haben, hat mir Lust auf ein eigenes Projekt gemacht.

 

 

 

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