Dortmund, Bielefeld und der Rest

Ehrengast auf dem DortCon – hört sich doch gut an, oder? Und das gemeinsam mit einem richtigen Kaliber der internationalen SF-Szene: Charles Stross, der Brite, der in Edinburgh lebt und einer der bedeutendsten Vertreter technisch-wissenschaftlicher Fiktion ist, überstrahlte auf dem Con natürlich alles. Dazu kam Stas Rosin, Illustrator, der mir bis dahin gänzlich unbekannt war – der mich aber ganz schön beeindruckte mit seinem feinen Strich und seinen interessanten Perspektiven.

Charles Stross und meinereiner

Charles Stross und meinereiner.

Die Veranstalter eines der größten SF-Cons in Deutschland gaben sich größte Mühe, damit ich mich wohl fühlte. Ich wurde rund um die Uhr betreut, überall sah ich freundliche Gesichter. Und das trotz der Hektik, die mit der Veranstaltung eines Cons nun mal einhergeht.

Ich war aber auch gefordert: Am Samstag, schon bald nach der Eröffnungszeremonie, ging es aufs Podium zu einem Gespräch mit Veranstalter Arno Behrend. Unmittelbar danach in einen kleineren Saal, um aus meinem Buch „Plasmawelt“ vorzulesen, dann zur Autogrammstunde in den Händlersaal und zum Abschluß des Nachmittags nochmals auf die große Bühne, um bei einem Spiel à la „Herzblatt“ einem von drei Quiz-Kandidaten am Abend als Gesprächs- und Trinkpartner geschenkt zu werden. Nun, ich fand dieses Format nicht sonderlich gut gelungen; da war meiner Meinung nach zu viel erzwungene Heiterkeit mit dabei. Aber was soll’s – die Geschmäcker sind nun mal verschieden, und das Gelächter im Publikum war zwischendurch groß.

Autogrammstunde. Mein Dank geht an H.U. Grenda für das Photo!

Autogrammstunde.
Mein Dank geht an H.U. Grenda für das Photo!

Am Sonntag ging es munter weiter mit Programmpunkten, an denen ich beteiligt war. Nach einer Diskussionsrunde, an der alle drei Ehrengäste teilnahmen und in der es großteils um den Menschen der Zukunft ging, gab es ein „Kaffeekränzchen“. Zehn bis zwölf Fans quetschten mich aus, wollten mehr über mich und meine Projekte wissen, aber auch ganz allgemein über den Zustand der Science Fiction plaudern, die nach Meinung einiger Teilnehmer zur Zeit keine richtigen Visionen bietet.

Ganz ehrlich: Ich mag solche Formate und Diskussionsrunden viel lieber, als in einem Saal vom Podium runter zu einer größeren Menschenmenge zu sprechen. Die Interaktion ist mir wichtig. Ich möchte hören, was die Leute zu sagen haben. Was ihnen an meinen Romanen gefällt, was sie kritisieren, wie sie mit meinen Texten umgehen.

Wim Vandemaan, sinnierend

Wim Vandemaan, sinnierend

Nach einer Verabschiedungsrunde war der Con für mich beendet – zumindest vorerst. Hartmut Kasper wartete bereits auf mich, seines Zeichens die eine Hälfte des neuen Expokraten-Duumvirats bei PERRY RHODAN . Wir setzten uns nahe des Dortmunder Hauptbahnhofs in ein Caféhaus (mjam, leckere Torten!). Wir sprachen über das, was die Autoren im neuen Zyklus ab dem Band 2700 erwartet – und was die Leser. Wow, ich war schwer beeindruckt! Die Handlung hat Hand und Fuß, sie erzeugt in meinem Kopf Bilder von großer Tiefe und Weite. Ich würde behaupten, daß der Serie so viele einschneidende Ereignisse bevorstehen wie schon lange nicht mehr. Auch wenn ich noch längst nicht in alle Geheimnisse des kommenden Zyklus eingeweiht wurde, freu ich mich jetzt schon riesig auf diesen neuen Handlungsabschnitt.

Es macht übrigens durchaus Sinn, die Autoren nur spärlich mit Informationen über den „großen Plan“ eines Zyklus anzufüttern. Andernfalls gerät man in Gefahr, zu viel zu früh zu verraten. Nun – jedenfalls erfuhr ich, daß auf mich ein ganz besonders heißes Expo wartet, und ich kann den Expokraten nur dankbar sein, daß ich xxxx auf xxxx über xxxx xxxx xxxx darf. Du meine Güte – wenn das Expo so gut wird, wie Hartmut es skizzierte, dann wird das gewiß einer der Höhepunkte meiner PERRY-Karriere.

Und gleich nochmals Wim

Und gleich nochmals Wim

Nach dem mehrstündigen Gespräch, bei dem ich meinen Zuckerspiegel ordentlich anheben konnte, ging es zur abendlichen Abschlußessen, gemeinsam mit den Crew-Mitgliedern des DortCons und den beiden anderen Ehrengästen. Ich kam neben Charles Stross zu sitzen, der sich in perfektem Oxford-English mit mir unterhielt (und das trotz seines Yorkshire-Hintergrunds!) und während des Abendessens damit beschäftigt war, via Twitter eine Kontra-Pastafari-Religionsgemeinschaft zu gründen.

Das Essen fand leider ein recht abruptes Ende – schließlich mußte ich einen Zug Richtung Bielefeld erwischen, und nach einer hastigen Verabschiedung hetzte ich zum Dortmunder Hauptbahnhof. Die Eile hätte ich mir sparen können, denn dort ging so gut wie gar nix. Mein Dank richtet sich in diesem Fall an die Deutsche Bahn. Nicht nur, daß ein defektes Stellwerk in Dortmund für ungeheures Chaos im bundesdeutschen Zugverkehr sorgte; es ging auch noch die Elektrik des ICE, den ich irgendwann enterte, mitten in der Pampas ein. Gemeinsam mit einigen hundert Fans eines Eishockey-Clubs aus der zweiten Leistungsklasse, die ihren Spaß dabei hatten, die Zugsgarnitur durch wildes Hüpfen zum Schwingen zu bringen, mußte ich umsteigen und eine weitere, naja, ziemlich heftige  Wartezeit in Kauf nehmen. Tscha, die DB sorgt halt dafür, daß einem nur selten langweilig wird …

Die Reise nach Bielefeld, also in die Stadt, die es angeblich gar nicht gibt, hatte einen Grund: Ich hatte mich kurzerhand bei PERRY RHODAN-Titelbildzeichner und Comicverlagbesitzer Dirk Schulz eingeladen. Um mit ihm über zukünftige Projekte zu plaudern, das Verlagsgebäude zu besichtigen, die Stadt Bielefeld ein bißl kennenzulernen – und ganz mächtig zu völlern. Ach ja, auch einige Runden Super-Mario-Kartfahren waren Teil des Abendprogramms, und über die Niederlagen, die ich am Wutzler (dt: Kicker) erlitt, breite ich den Mantel des Vergessens.

Eines muß ich an dieser Stelle unbedingt loswerden: Daß mein Bett von Hunderten, wahrscheinlich sogar Tausenden Comic-Alben umgeben war, stellte eine ganz besondere Form der Folter dar, und ich schlief in den beiden Nächten erst ziemlich spät – besser gesagt: früh – ein.  Aber da die Deutsche Bahn auch bei der Heimreise nach Wien einige Gustostückerln lieferte und meine Fahrtzeit um einiges verlängert wurde, kam ich letztlich doch noch ausgeruht zurück. Um einiges erfahrener und gscheiter, und mit einem Kopf voll mit neuen Eindrücken.

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2 thoughts on “Dortmund, Bielefeld und der Rest

  1. Lieber Michael Marcus !

    Nachdem Du schon so schön über den Dort-Con und Deine „Begleiterscheinungen“
    dazu erzählt hast, wollte ich Dir mitteilen, das ich meine „Erfahrungen“ im Galaktischen Forum im TCE-Thread (für Dich zum Nachlesen) eingestellt
    habe – mit den Links zu allen Bildern, die ich gemacht hatte) – falls Du es
    lesen möchtest…………….

    Herzliche Grüße

    Heinz-Ulrich „overhead“

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