Eine Werbeeinschaltung für „Wiener Roulette“

Es war beim „Zielstern-Con“, dem dritten in Wien organisierten PERRY RHODAN-Con, im Jänner 2005. Ich war eben erst ins Autorenteam von PERRY RHODAN berufen worden, Ernst Vlcek hingegen hatte seine Mitarbeit ein dreiviertel Jahr zuvor beendet. Das hieß aber noch lange nicht, daß er sich aufs Altenteil zurückziehen wollte. Er hatte vor, sich vermehrt um eigene Projekte zu kümmern, alte und liegengebliebene Sachen aufzuarbeiten – und neue Ideen voranzutreiben.

Also rief uns Ernst gegen Ende des Cons zusammen. Uns – das waren Uschi Zietsch, Andreas Findig, Leo Lukas und ich, um uns einen Vorschlag zu unterbreiten. Wir knotzten also in bequemen Lederfauteuils, und Ernst begann zu reden. Von einem Projekt, das er sich ausgedacht hätte. In dem es um sinkende Pensionsansprüche ging und darum, wie ein Autorenteam das Thema in einer Fortsetzungsgeschichte in eine satirisch angehauchte Science Fiction-Umwelt versetzen könnte.  Ernst lieferte zu seiner Grundidee einige abgefeimte, bösartige Zusatzvorschläge, die deutlich machten, wie sehr er eigentlich im Horror-Genre verwurzelt war, und je bösartiger es wurde, desto mehr konnte er uns begeistern.

Es brauchte nicht viel, um uns zu packen. Die Idee war zu gut, um sie auszulassen. Es traf sich zudem ausgezeichnet, daß Uschi Zietsch in unserer Mitte saß, Chefin des Fabylon-Verlags, an dessen kleinem, aber feinem Angebot kein Freund der Phantastik vorbeigehen sollte.  Sie erklärte sich rasch bereit, das Buch in ihr Programm aufzunehmen, und so wurde wild drauflos fabuliert, wie der Inhalt gestaltet, wie die Arbeit aufgeteilt werden könnte. Michi Wittmann sollte eine wichtige Rolle spielen und nicht nur Illustrationen fertigen, sondern auch einen Text beitragen; Alexander Vlcek, Sohn von Ernst, schuf das Cover, Franz Rottensteiner verfaßte ein Vorwort, das genauso bösartig war wie unsere Titelgeschichte.

Ich hatte die Ehre, den ersten Teil der Story zu verfassen. Sie begann mit dem recht schrägen Satz: „Ich bin eine Filzlaus“ – und ich werde jetzt den Teufel tun und verraten, was ich als Filzlaus denn alles so anstellte. Jedenfalls übernahmen Leo, Ernst und Uschi meine Vorlage und fertigten eine Geschichte, die meiner Meinung nach ziemlich gut vermittelte, wieviel – bitteren – Spaß wir mit dem Thema hatten (Andreas Findig machte bei unserem Projekt letztlich doch nicht mit).

Unsere unterschiedlichen Handschriften waren gut zu erkennen; jedermann/frau übernahm die gemeinsten Ideen des Vorgängers mit Begeisterung, reicherte sie mit seinem eigenem Bösartigkeitssud an und setzte immer wieder eins drauf, bis … naja, ich darf natürlich nicht verraten, wie die Geschichte ausgeht. Fest steht: Ein langes Leben haben die Helden unserer gemeinsamen Story nicht, und als Filzlaus hat man es nun wirklich nicht leicht.

Das Buch „Wiener Roulette“ erschien 2006 im Fabylon-Verlag als Anthologie. Neben der titelgebenden Geschichte waren in dem Buch weitere Storys von Leo Lukas, Ernst Vlcek, Uschi Zietsch, Michi Wittmann und Regina Lysonek (vulgo Regina Vlcek) abgedruckt, und für unsere nichtwienerischen Freunde gab es ein ausführliches Glossar, um Begriffe wie Bassena, Tschesen, Zund oder das nicht ganz unordinäre Wort Futgrammel zu erklären.

Vor kurzem hat Uschi Zietsch die titelgebende Story „Wiener Roulette“ als ebook bei diversen Anbietern online stellen zu lassen, u.a. bei amazon (http://www.amazon.de/Wiener-Roulette-t%C3%B6dliches-Spiel-ebook/dp/B009NV3N42/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1352670492&sr=1-2) sowie anderen freundlichen E-book-Dealern an der nächsten virtuellen Ecke, zum sehr wohlfeilen Preis von 1,99 Euro.

Anlaß genug für mich, die Geschichte nochmals durchzulesen – und mich sehr, sehr zu amüsieren. Ich stinke mal mit Eigenlob vor mich hin und sage: Da ist uns was echt Gutes gelungen. Aber Obacht: Die weiteren Kurzgeschichten der ursprünglichen Anthologie sind im Preis nicht inbegriffen, auch die Illustrationen, Vorwort, Glossar oder das eigentliche Cover fehlen. Dies alles bleibt der gedruckten Buchausgabe vorbehalten, die nach wie vor im Fabylon-Verlag zu bestellen ist. Wer sich dafür interessiert:

http://shop.fabylon-verlag.de///themes/kategorie/detail.php?artikelid=9&source=2

Man entschuldige mir bitteschön die Schleichwerbung; ich halte das Buch einfach für gut.

Das neue Titelcover ist Copyright Uschi Zietsch.

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One thought on “Eine Werbeeinschaltung für „Wiener Roulette“

  1. Oh, ja, das Büchlein ist eine ziemlich amüsante Sache und das Wiener Roulette – eine echt saukomische Geschichte – vor allem die ganzen „Insiderwitzchen“ sind ein Hit.
    Habe die Printausgabe vor längerer Zeit gelesen – und da ist allerdings auch die zutiefst komische Story „Aus dem Leben des Thaddeslav Wyrmbrom“ von einem gewissen M.M. Thurner drinnen – absolut empfehlenswert! 😉

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