PERRY RHODAN-Tagebuch, 6. Eintrag

Heute bewege ich mich auf sehr, sehr dünnem Eis.

Das Expo gibt ein Nebenthema vor, mit dem sich PERRY RHODAN-Autoren – aus gutem Grund – nur ungern beschäftigen. Es geht um den Glauben. Um Glaubensgemeinschaften, die womöglich in 3.000 Jahren noch eine Rolle spielen könnten.

Nun halte ich das persönlich für eine sehr spannende Angelegenheit. Ich stehe den Weltreligionen offen gegenüber . Ich tue dies sehr, sehr kritisch, denn ich „glaube“ nicht. Aber ich finde die Geschichten, die hinter Hinduismus, den christlichen Religionen, dem Judentum und dem Islam stehen (um nur ein paar zu nennen), äußerst spannend. Sie machen einen großen Teil der Menschheitsgeschichte aus; sie haben uns geprägt, ob wir wollen, oder nicht.

Wie aber transportiert man Fragen des Glaubens und der Ethik in die ferne Zukunft, ohne peinlich oder doof oder geschmacklos zu wirken? Werden die Weltreligionen in ihrer heutigen Form überleben, wie gravierend werden Veränderungen ausfallen? Wie könnte man sich im PERRY RHODAN-Universum neu entstandene Glaubensgemeinschaften vorstellen? Wäre es möglich, daß die Posbi-Päpstin Martha II. von der Glaubenswelt „Vaticaneo“ aus 130 Jahre lang über ihre Schäfchen wacht und in einem Konzil endlich, endlich erlaubt, daß schwule bzw. lesbische Priesteranwärter/Priesteranwärterinnen zugelassen werden? Werden die Pastafari (bitte googeln) ihr fliegendes Spaghettimonster gefunden haben (wovon ich persönlich ausgehe), werden sie zu einer der großen Gemeinschaften anwachsen, wie zum Beispiel auch die Akkra-Singaristen, deren Glaube aller Wahrscheinlichkeit nach auf einer epsalischen Siedlerwelt namens Pardeum II ihren Ursprung hat? Darf ich, noch heikler, über den weltoffenen Islam schreiben; darüber, wie er aussehen könnte? Muß ich davon ausgehen, daß der islamische Fundamentalismus auch 1470 NGZ da und dort noch Bestand hat?

Ich verstehe sehr gut, daß Verlag und Redaktion sich nicht auf derlei Diskussionen einlassen möchte. Dieses Thema reicht sehr, sehr weit in die Intimsphäre des Lesers hinein. Da werden viele Leute unrund, sie wollen diese Dinge nicht lesen. PERRY RHODAN kann/darf/muß gedankliche Anregungen liefern – doch im Vordergrund hat immer das Lesevergnügen zu stehen.

Dennoch: Es juckt mich sehr in den Fingern, ein paar „Thesen“ in den Raum zu stellen. Es werden wohl einige kurze Passagen über Religionen ihren Weg in mein Manuskript finden. Wie viele und was, darüber entscheide ich morgen, nach einer ordentlichen Mütze Schlaf. Werma schaun, was Rastatt zu meinen Ansätzen sagt …

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2 thoughts on “PERRY RHODAN-Tagebuch, 6. Eintrag

  1. Pingback: Martin Blacks Perry Rhodan Universum » PERRY RHODAN-Tagebuch, 6. Eintrag «

  2. Glückwunsch zu PR 2667!
    Hab’s gerade zuende gelesen und die Passagen zur Religion waren das Highlight! Bin sehr froh, dass sie es ins Heft geschafft haben.
    Man merkt auch darüberhinaus, dass der Roman sorgfältig geschrieben wurde, und dass du dir viele Gedanken gemacht hast. Besonders auch über die Schwierigkeiten von Arun mit seinem Sohn. Danke für diesen Roman.

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