Interview mit … Gerhard Förster

Gerhard ist als Comic-Fachmann weit über die Landesgrenzen Österreichs hinaus bekannt . Seit einigen Jahren ist er Mit-Herausgeber und Redakteur der „Sprechblase“, einer der bekanntesten Comic-Fachzeitschriften.

Wir führten dieses Interview im Rahmen eines Treffens des PERRY RHODAN-Stammtisch Wien, Anfang Juli.. Wir zeigten beide wenig Disziplin, wir kamen aus dem Plaudern gar nicht mehr heraus. Dementsprechend lange – und hoffentlich interessant – ist dieses Interview geworden.

F: Gerhard, wann bist Du geboren?

A: 1955.

F: Du liest Comics seit Deiner frühesten Kindheit?

A: Ja.

F: Wie ist Deine erste Erinnerung an Comics?

A: Ich weiß definitiv, daß ich zwei Jahre alt war, als ich mein erstes Heftl gelesen habe. Das war eine Micky Maus aus dem Jahr 1957. Ich habe die Geschichte schon öfter erzählt und es ist angezweifelt worden, ob sie wirklich wahr ist – aber ich hab die Erinnerung ganz plastisch vor mir. Meine Tante hat mir dieses Heftl über die Gitterstäbe der Gehschule herübergereicht.

F: Also war Micky Maus für Dich von jeher „Dein“ Thema?

A: Nein! Das richtige Ding für mich war Sigurd, den entdeckte ich ein paar Jahre später. Im Gartenhaus meiner Eltern hat’s eine Zeitungsablage gegeben. Es müssen Gäste mit Kindern dagewesen sein, und die haben drei Sigurd-Heftln bei uns vergessen, die sind zwischen alten Zeitungen gelegen.

Ich war vielleicht fünf Jahre alt, als ich sie entdeckt habe, und hab sofort gewußt: Das ist was Schlimmes! Obwohl mir damals noch kein Mensch gesagt hat, daß es sowas wie „böse Schundheftln“ gibt. Sie haben mich unglaublich fasziniert. Ich hab sie studiert, von vorne bis hinten, und tatsächlich dabei ein bißl lesen gelernt. So gesehen, hatten sie auch eine lehrreiche Funktion für mich. Ich habe über alles Mögliche gerätselt. Da ist zum Beispiel gestanden: „Sigurd entwickelt einen tollkühnen Plan“ und dann natürlich „Fortsetzung folgt“, wie’s bei den Piccolos ja immer war.

Ich hab mir gedacht: „Toll?! Hat Sigurd vielleicht Tollkirschen gegessen?“ Das war alles so geheimnisvoll und spannend für mich!

F: Du bist mit Hilfe der Comics sozialisiert worden, bist mit ihnen aufgewachsen, und sie haben immer einen Teil Deines Lebens ausgemacht?

A: Ja. Ich kann mich erinnern, daß ich als Kind drüber nachgedacht hab, wie das sein wird, wenn ich mal erwachsen bin. Die Comics werden mich sicherlich nicht mehr interessieren, dachte ich mir. Aber das ist bis heute nicht eingetreten.

F: Du hattest also nie Zweifel? Die Liebe zu den „Schundheftln“ hat nie nachgelassen?

A: In der Pubertät hab ich wie fast jeder eine Phase gehabt, in der ich gesagt hab: Der Kinderkram interessiert mich nicht mehr. Aber im Gegensatz zu anderen Gleichaltrigen hab ich die Heftln nicht hergeschenkt, sondern bloß beiseite geräumt. Ich hab sie für eine Weile zur Seite geschoben und später wieder hervorgekramt.

F: War Dir damals schon klar, daß die Comics irgendwann einmal einen Teil Deines Berufs ausmachen würden?

A: Ich habe nie etwas Anderes machen wollen, aber das war wie Hollywood für mich, ganz weit weg. Und weil mein Opapa gemeint hat, daß Offset-Lithograph irgendwie auch in die künstlerische, schöpferische Richtung geht, hab ich den Beruf gelernt. Das war natürlich überhaupt nicht schöpferisch, und es hat mir gar nicht getaugt. Das waren vier Jahre Lehrzeit für nix. Ich war 1974 damit fertig. Als ich abgeschlossen hab, war der Beruf gar nicht mehr existent. Da sind gerade die Scanner aufgekommen, und der Lithograph hatte auf einmal ganz andere Aufgaben.

F: Hast Du Dir irgendwas von diesem Lehrberuf behalten?

A: Nein. Er hat mich auch nicht interessiert. Bald danach kam dann schon das erste „Comic-Forum“ (Anm: eine sehr gut gemachte Comic-Fachzeitschrift, die österreich- und deutschlandweit vertrieben wurde), ich war eines der Gründungsmitglieder. So, wie ich heute die Sprechblase mache, hab ich damals das Comic-Forum redaktionell betreut. Ich weiß noch genau, daß ich damals in vierzehn Tagen mehr über Lithographie und was damit zusammenhängt gelernt habe, als in meinem Lehrberuf.

Das war natürlich auch meine Schuld, daß es vorher nicht funktioniert hat. Ich war in der Pubertät, mich hat die Arbeit einen Dreck interessiert. Aber mit dem Beginn des Comic-Forums bin ich plötzlich wißbegierig geworden.

F: Du hast also von der Nummer 1 weg das Comic-Forum gemacht?

A: Ja. Die ersten fünf Nummern. Danach sind der Verleger Wolfgang Alber und ich uns voll in den Haaren gelegen. Beide hatten wir stur unsere Vorstellungen. Aber er hatte die Kohle, so ist er natürlich übriggeblieben, und ich war weg.

F: Ich erinnere mich, daß der Markus Tschernegg das Comic-Forum eine Zeitlang gemacht hat …

A: Der Markus war einer meiner besten Freunde. Wir haben viele Dinge gemeinsam gemacht. Wir sind zum Beispiel zur (alten) ZACK-Redaktion nach Hamburg gefahren. Leider ist er bereits 1995 gestorben.

Vor kurzem hab ich an ihn gedacht. Er geht mir heute fast mehr ab als damals, als er gestorben ist.

F: Hattet ihr bis zu seinem Tod eine freundschaftliche Beziehung?

A: Ja, wir hatten immer einen guten Kontakt.

F: Das Comic-Forum wurde später von Harald Havas fortgeführt …

A: Da war ich schon längst weg. Ich habe demonstrativ nichts mehr für die Zeitschrift gemacht, weil ich ang´fressen war. Erst viel später hab ich wieder ein, zwei Beiträge geliefert. Aber es stimmt: Der Havas war der längstdienende Chefredakteur beim Comic-Forum.

F: Hat sich das Verhältnis zum Verleger, zum Alber, jemals wieder verbessert?

A: Auf alle Fälle. Er hat meiner Ex-Freundin mal bei Problemen geholfen, und ich hab damals zu ihm gesagt: „Wolferl, Du bist mein Lieblings-Feind“ (lacht). Und seitdem haben wir keine Probleme mehr.

Ich werf ihm auch nichts mehr vor. Er hatte andere Vorstellungen vom Comic-Forum. Ich wollte es so machen, er anders – und er hatte nun mal das Geld.

F: Du hast Zeit Deines Lebens sehr viel Lettering gemacht, beziehungsweise machen müssen. Ich hab gehört, daß Du diese Arbeit nicht sonderlich gemocht hast.

A: Das ist richtig. Es gibt kaum etwas, das mir beim Lettern Spaß gemacht hat. Es ist nur wenig kreativ. Erst nach meiner Lettering-Karriere hatte ich einen Auftrag, der mir Spaß machte. Ein Bekannter von mir hat einen Comic über den (steirischen, Anm.) Erzherzog Johann gemacht. Das war interessanter, weil ich mich auch einbringen konnte. Da ist es darum gegangen, wo und wie man die Sprechblasen setzt, und auch um gewisse Textverbesserungen. Mir macht eine Arbeit nur Spaß, wenn ich mich kreativ betätigen kann.

Natürlich ist nicht jedermann so gestrickt wie ich. Ich kenne z.B. einen Letterer, der auch ein kreativer Typ wie ich ist, den dieser Job aber viel mehr freut als mich. Er meint, daß das meditativ ist.

Der Vorteil beim Lettern war, daß ich, wenn ich schnell gearbeitet hab, gut verdient habe. Ich war angeblich der bestbezahlte Letterer im deutschsprachigen Raum.

F: Du hast für die großen deutschen Verlage gearbeitet …

A: Für Carlsen und Ehapa. Angefangen hab ich beim Volksverlag, bei Raymond Martin. Von Martin bin ich dann zu Carlsen gewechselt.

Später hab ich erfahren, daß ich damals fast meinen Job verloren hätte. Ich hatte den Verantwortlichen nämlich gedankenlos erzählt, daß ich manchmal im Caféhaus das Lettering korrigieren würde. Das war für die Leute allerdings so strange, daß sie daran gezweifelt haben, ob ich der richtige Mann bin (lacht).

F: Kommen wir zur Beinahe-Gegenwart. Die „Sprechblase“ war lange Zeit das Hausmagazin des Verlegers Hethke. Dein Partner Hans Stojetz und Du, ihr habt die Rechte nach Norbert Hethkes Tod übernommen bzw. seinem Sohn abgekauft …

A: Genau. Norbert Hethke ist vor fünf Jahren gestorben.

F: Wie lange war Pause zwischen seinem Tod und dem ersten von euch produzierten Heft? Ein Jahr?

A: Nein. Es waren nur sechs Monate. Eigentlich hätten’s gar nur drei Monate sein sollen. Aber ich hab das nicht geschafft. Der Grund für die Eile war folgender: Die Sprechblase hat sehr viele Abonnenten. Wäre es mit dem Heft nicht so rasch wie möglich weitergegangen, wären viele von ihnen abgesprungen.

Ich hatte damals bloß eineinhalb Monate Zeit, um jemanden zu finden, der die Finanzierung übernimmt. Der junge Hethke meinte, daß ich das eh selbst finanzieren könnte, aber das hätte ich niemals stemmen können. Martin Erasmus (Anm.: Veranstalter der Wiener Comic-Börse im MGC) hat mir den Tip gegeben, mit dem Hans Stojetz zu sprechen. Der wäre der ideale Partner. Er sei ein erfolgreicher Geschäftsmann – ich versteh ja wenig vom Geschäftsleben, er schon. Er macht sein Geld mit Alarmanlagen, ist allerdings auch ein großer Fan der alten Heftln und liest seit ewigen Zeiten die Sprechblase.

Er hat mich wegen meiner Artikel in der Sprechblase gekannt, ich ihn überhaupt nicht. Wir haben zuerst telephoniert, da war er noch skeptisch. Aber dann haben wir uns getroffen, und es hat dann sofort gepaßt.

F: Das finanzielle Risiko wäre also für Dich alleine zu groß gewesen …

A: Für mich auf jeden Fall. Mit Geld wirtschaften und so, darin bin ich nicht so gut. Doch im Grunde hielt sich das Risiko in Grenzen. Die Sprechblase war ein bekanntes und gut eingeführtes Produkt, die Ablösekosten waren nicht allzu hoch.

F: Habt ihr an der Sprechblase grundsätzlich nach der Übernahme etwas geändert?

A: Auf jeden Fall! Eine ganze Menge sogar.

Ich mach das Heft ja alleine, bin mein eigener Herr. Daß ich der Chef bin, ist für mich ungewöhnlich. Lieber ist es mir, wenn ich für jemanden arbeite.

Hans macht den Vertrieb in Österreich und erledigt die Finanzierung. Bei wichtigen Fragen spreche ich mich natürlich mit ihm ab, aber der Inhalt des Hefts ist ganz meine Sache.

Mir war von Anfang an klar, daß ich die Themen im Heft verbreitern mußte. Ich konnte nicht mehr länger nur die Hans-Rudi Wäscher-Fans bedienen. Der Hethke hatte die Sprechblase ja ganz anders konzipiert. Er hat mit diesem Heft schließlich sein großes und nicht immer billiges Programm verkauft. Die Sprechblase war sozusagen sein Werbeprospekt. Das hat auch jahrzehntelang funktioniert.

Hethke akzeptierte auch keine Anzeigen in seinem Heft, nur seine eigenen. Er wollte nicht für die Konkurrenz werben. Für uns ist es hingegen überlebenswichtig, daß wir auf die richtige Anzeigenmenge kommen. Die Anzeigenbeschaffung ist auch das einzig Unangenehme an meinem Job. Aber ohne dem geht’s halt nicht.

F: Ich hab bei den letzten Nummern bemerkt, daß Du Schwerpunkte gesetzt hast. In der vorletzten Ausgabe war es PERRY RHODAN, im aktuellen Heft ist es Karl May. Diese Themen sind auch nicht an ein junges oder neues Publikum gerichtet.

A: Das ist ganz klar. Ein Teil des Publikums der Sprechblase ist so um die 60 Jahre alt. Das ist das typische Wäscher- und Lehning-Publikum. Aber dann gibt’s auch viele Leser, die sind um die 40 oder 50. Und an die möchte ich das Heft ebenfalls richten. Dazu gehört auch die ZACK-Generation. Deswegen kommt im nächsten Heft auch Albert Weinberg zu Ehren, mit einem großen Special und einem DAN COOPER-Cover.

F: Wirst Du also weiterhin Themenhefte machen?

A: Nein. So extrem wie bei dem Heft mit dem PERRY RHODAN-Schwerpunkt hab ich’s davor ein einziges Mal gemacht. Das war eine Ausgabe, bei der es um „Mecki“ gegangen ist. Eigentlich möchte ich das nicht mehr so machen. Es haben sich doch einige Leser beschwert, daß diese Hefte zu einseitig gewesen wären. Andererseits war die PERRY RHODAN-Ausgabe die bestverkaufte bisher, nach unserer ersten Nummer.

F: Das Thema ist halt auch ein verdammt guter Aufmacher …

A: Das stimmt. Ich habe den RHODAN-Schwerpunkt mir gegenüber so gerechtfertigt, daß ich gesagt habe, daß die Themen in viele verschiedene Richtungen laufen. Es geht zum Beispiel auch um einen Zeichner, der Mussolini-Anhänger war. Ein anderer machte auch erotische Comics. All das und noch viel mehr wird im Detail beleuchtet.

F: Ohne schmeicheln zu wollen, muß ich sagen, daß ich noch niemals ein Sekundärwerk gelesen habe, das so sehr in die Tiefe geht …

A: Vielen Dank, ich fühle mich geehrt!

F: An diesem großen PERRY RHODAN-Artikel hat auch der Stefan Meduna mitgearbeitet, dein wichtigster Mitarbeiter?

A: Stefan macht sehr viel, aber bei diesem Beitrag waren es bloß Spurenelemente. Willi Diwo, Reginald Rosenfeldt und Thomas Hausmanninger haben mehr beigetragen, auch Michael Thiesen.

F: Du hast den Dirk Heß sehr intensiv befragt.

A: Ja. Dessen Interview war das eigentliche Kernstück des PERRY RHODAN-Artikels. Ich habe bereits 2008 mit Dirk gesprochen und wollte das bereits im selben Jahr bringen. Damals wäre der Text deutlich weniger umfangreich gewesen. Doch ich hatte dann keine Zeit und keinen Platz. Das passiert mir immer wieder. Es dauert oft lange, bis der Reifeprozeß für einen Text abgeschlossen ist. Es kommen neue Informationen hinzu, alles wird immer üppiger, und dann muß ich’s einfach bringen.

F: Was planst Du für die nächsten Ausgaben?

A: In der nächsten Nummer gibt es, wie gesagt, einen Schwerpunkt mit Albert Weinberg. Es wird einen Artikel über die James Bond-Strips geben, die teilweise beim Pollischansky-Verlag erschienen sind. Da gibt’s viel bessere Geschichten als die, die damals gedruckt wurden. In der übernächsten Ausgabe wird’s ein Interview mit demjenigen geben, der den berühmt/berüchtigten Raubdruck von „Asterix und das Atomkraftwerk“ gemacht hat.

F: Dieser Mann ist nach wie vor nicht namentlich bekannt, stimmt’s?

A: Ja. Das ist noch immer gefährlich für ihn. Wegen Uderzo, dem Asterix-Zeichner. Ich glaube ja nicht, daß er heute noch etwas gegen ihn unternehmen würde (vielleicht ist das Ganze auch schon verjährt), aber man weiß ja nie…

F: In dem Interview wird der Name Deines Gesprächspartners also nicht genannt?

A: Nein. – Was kann ich noch Aktuelles zur Sprechblase sagen? Seit der letzten Ausgabe haben wir eine kostenlose Beilage, in der seltene, unbekannte Comics abgebildet werden. Demnächst möchte ich da etwas abdrucken, das bei den amerikanischen Verlagen Dell und Gold Key erschienen sind …

F: Dort sind die Disney-Sachen erschienen, nicht wahr?

A: Ja, unter anderem. Ich habe die Genehmigung, die erste Folge von „Spin & Marty“ abdrucken zu dürfen, eine längst vergessene, aber interessante Disney-Serie. Das ist eine richtig schöne und runde Geschichte. Dazu werden wir begleitend auch Artikel über diese Heftserien machen, wie sie entstanden sind und so weiter. Es ist halt eine Schweinearbeit, solche Sachen gut zu recherchieren.

Das ist der Kern meines Tuns. Ich mag die Recherche, so bin ich gestrickt. Ich könnte mir alles viel leichter machen, indem ich oberflächlich über Serien und Comics schreibe – aber das bin nicht ich.

F: Ich möchte nochmals auf den Stefan Meduna zurückkommen. Er ist Dein engster Mitarbeiter. Ist er vom Typus und von der Arbeitsweise her ähnlich wie Du?

A: Ja. Wir haben beide das Journalistische im Blut. Wir wollen recherchieren, bis ins kleinste Detail. Da steckt in uns beiden eine große Neugier. Und gleichzeitig haben wir beide eine riesige Liebe zu trashigen Sachen.

Ein Leser hat mal einen Brief geschrieben: „Der Gerhard Förster schreibt super Artikel über schlechte Comics.“ (lacht). Da ist was dran, auch wenn das übertrieben sein mag. Aber für den Stefan würde ich das genauso unterschreiben. Außerdem verfügt er über großes Wissen über sehr viele Dinge und ist vielseitig einsetzbar. Wir wollen zum Beispiel etwas über die „Ronco“-Romane machen. Bei Heftromanen ist er genauso firm wie bei Comics.

F: Kannst Du oder magst Du eigentlich schon über das Buchprojekt erzählen, das für Euren Verlag geplant ist?

A: Da können wir gerne drüber reden, die Verträge sind schon unter Dach und Fach.

Wir werden den „Winnetou“ von Walter Neugebauer neu rausbringen! Er hat in den Sechziger Jahren Karl Mays Winnetou 1-3 in einer Endlosserie in „Fix & Foxi“ gezeichnet, später dann auch noch „Old Surehand“. Das ist einer der letzten ungehobenen Schätze der deutschen Comic-Kultur. Ein echter Klassiker. Toll gezeichnet, hat sehr viel Fans – und wurde dennoch bis heute noch nicht in irgendeiner Form nachgedruckt.

F: Ist der Name Neugebauer in Comic-Kreisen denn bekannt?

A: Ja, absolut. Er ist DER Zeichner, der die Figuren Fix & Foxi gestaltet hat. Bis in die Neunziger hast Du als Zeichner das model sheet vom Neugebauer in die Hand gedrückt bekommen. Er hat den Füchsen das bekannte Aussehen gegeben. Vor seiner Zeit waren die beiden richtige Füchse.

Ich hatte die Idee, die Winnetou-Sachen von Walter Neugebauer neu zu veröffentlichen, bereits dem Norbert Hethke vorgeschlagen, und der wollte das auch machen. Aber er war gesundheitlich damals nicht mehr so gut beisammen, daran ist es vermutlich gescheitert. Ein anderer Verleger wollte vor kurzem die Serie herausbringen, aber aus verschiedenen Gründen ist da nichts weitergegangen.

Ich hab zu ihm gesagt: „Wenn Du nix machst, dann mach ich’s selbst! Das muß endlich mal rauskommen!“ Und so ist der Vertrag zustande gekommen – obwohl ich eigentlich gar keine Zeit dafür habe. Aber es muß nun mal sein!

F: Was hast Du Dir für dieses Projekt für einen Zeitplan abgesteckt?

A: Der erste Band soll, wenn möglich, noch dieses Jahr herauskommen, wir sind ja im Karl May-Jahr (Anm: 100. Todestag von Karl May).

Es werden insgesamt vier Bände werden à 120 bis 130 Seiten. Die Länge hängt natürlich auch von den jeweiligen redaktionellen Beiträgen ab, die sollen recht umfangreich werden. Zur Zeit wird getestet, wie die bestmögliche Aufbereitungsweise ist. Es gibt noch sehr viel zu tun, bevor der erste Band erscheinen kann …

Damit war der offizielle Teil des Gesprächs beendet. Gerhard und ich haben noch weiter über Comics und alles, was damit zusammenhängt, geplaudert; es wurde noch ein langer Abend.

Die Photos stammen von Martin Steiner, die Titelbilder der letzten beiden „Sprechblase“-Ausgaben sind Copyright „Die Sprechblase“ bzw. Kauka & Promedia sowie Pabel-Moewig Verlag KG.

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