PERRY RHODAN-Tagebuch, 4. Eintrag

Hab ich im letzten Eintrag ein klein wenig mein Leid geklagt, so hab ich nun meinen persönlichen Tiefpunkt hinter mir gelassen . Da waren einige Gespräche, deren Inhalte unbedingt ins Manuskript gehörten. Das ist geschafft, erledigt, abgehakt, und das ist ein verdammt gutes Gefühl!

Ich hab dabei einen weiteren „Trick“ angewandt, um diese Diskussionen nicht öde werden zu lassen: Ich hab mir Gedanken darüber gemacht, wie ich dem Leser das Leben im 15. Jahrhundert NGZ ein klein wenig näher bringen könnte. Das ist nicht so leicht, wie man glauben könnte; die Technik ist weitgehend vorgegeben. Es existieren nun mal Translatoren, Multifunktions-Armbänder, Positroniken. Auch Gesellschaftsstrukturen sind festgelegt, die Charaktere unserer Haupthelden sowieso. Darüber hinaus sind Extrapolationen, wie Leben einige Jahrtausende voraus in der Zukunft aussehen könnte, ohnedies nix anderes als blindes Umherraten. Also muß ich mich drauf beschränken, Begrifflichkeiten aus der Jetztzeit des 21. Jahrhunderts zu nehmen, sie ein klein wenig abzuändern und sie dann möglichst selbstverständlich klingend in den Roman einzubauen.

Ein Beispiel (von dem ich noch nicht weiß, ob ich’s im Text drinlasse):

„Musik ertönte. Ovanjo oder Karamenja oder eine andere der großen Soubarettistinnen des 13. Jahrhundert, der Hohen Zeit klassischer Fankal-Liberatur, interpretierte das »Ruhelied«. Es klang schrill und unruhig und machte, daß sein Herz raste.“

Ich tu so, als müßte jedermann, also auch der Leser, wissen, was eine Soubarettistin ist und was unter Fankal-Liberatur zu verstehen ist. Die Begriffe klingen irgendwie bekannt; man könnte seine Phantasie schweifen lassen. Wie sieht die Sängerin aus, in welcher Stimmlage bewegt sie sich, ist sie womöglich eine Ertruserin, die über ein völlig anderes Stimmvolumen als eine Terranerin besitzt? Oder ist sie eine Siganesin? Warum rast das Herz des Zuhörers, was ist an dieser Musik verdammt nochmal so besonders?

Das ist bloß eine Kleinigkeit – aber sie ist mir wichtig. Sie bringt mich selbst zum Nachdenken. Und ich hoffe bei derartigen Textstellen, daß auch meine Leser ein kleines bißl abschweifen und mir ins Unbekannte folgen.

Zurück zu dem, was mich die nächsten Tage erwartet: Von jetzt an geht’s nur noch um das, was einen Roman ausmacht: um Konflikte. Erste Spuren hab ich bereits am Beginn des Textes gelegt, nun muß ich Spannung langsam, aber stetig aufbauen. Bitte nicht falsch verstehen: Es geht keinesfalls darum, sich von einer Haudrauf-Szene zur nächsten zu hanteln. Vielmehr habe ich auf einer der Handlungsebenen Figuren zur Verfügung, die einander nicht sonderlich grün sind. Ich muß deren Probleme weiter anheizen, bis gegen Ende des dritten Romanviertels ein Höhepunkt erreicht ist und es nur noch zwei Möglichkeiten gibt: Entweder lasse ich die beiden aneinander scheitern, oder aber ich sorge für ein glückliches Ende. Die Freiheit, das eine oder andere Ende zu wählen, habe ich, das gibt das Exposé her.

Die Lösung für die zweitere, „größere“ Handlungsebene habe ich ebenfalls bereits angedeutet, möglichst unauffällig für den Leser. Dafür gibt es einen höchst interessanten Lösungsvorschlag der Expokratur. Er zwingt mich, mich mit einer mir völlig fremden Kultur zu beschäftigen. Mich mit einem Bekannten über ein Thema zu unterhalten, das mich persönlich eh sehr interessiert. Er kann mir hoffentlich mehr darüber erzählen und mir etwas begreiflich machen, was im Internet bzw. auf Wikipedia recht schnöde abgehandelt wird.

Hm. Darüber vielleicht ein anderes Mal mehr …

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