Woran ich gerade arbeite

Immer wieder werde ich gefragt, was ich gerade denn so treibe. Nun, das ist gar nicht so leicht beantwortet, denn das Manuskript, an dem ich arbeite, wird voraussichtlich erst Herbst/Winter 2013 in Buchform erscheinen. Es gibt noch so viele Unwägbarkeiten, auf die ich keinerlei Einfluß habe, daß ich keine verbindlichen Auskünfte geben möchte und kann.

Was ich verraten kann: Es handelt sich um ein Projekt im Fantasy-Genre, und das Ding wird eine ziemliche Länge haben. Länger als alles, das ich bislang geschrieben habe. Selbst meine Bücher aus dem „Elfenzeit“- und „Schattenlord“-Kosmos werden daneben wie grazile, magere Bändchen wirken … Was für mich wiederum bedeutet, daß ich Neuland betrete. Der Spannungsaufbau ist anders, ich muß weitaus mehr Handlungshöhepunkte setzen als gewohnt, das „Gewebe“ des Romans muß dichter sein. Das sind Sachen, die ich mit meiner recht chaotischen Arbeitsweise nur sehr schwer auf die Reihe bekomme, um ehrlich zu sein. Wie ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe, bin ich nicht in der Lage, einen richtigen Plan zu erstellen und mich dann auch daran zu halten. Also habe ich – wie immer – anhand eines sehr schmalen Expos drauflosgeschrieben und darauf gehofft, daß sich alles irgendwie „ausgeht“.

Und so wie’s aussieht, gelingt mir das. Meine Hauptfiguren bekommen immer mehr Tiefe und ihre Positionen zueinander sind bereits einigermaßen gefestigt. Inhaltlich ist alles auf der Reihe; allerdings hätte ich gerne noch einige Seiten mehr zur Verfügung, um all das unterzubringen, was ich gerne loswerden wollte. Es ist ein seltsames Phänomen, daß selbst bei einem derart dicken Manuskript der Platz eng wird, und ich frage mich, ob’s Autoren-Kollegen genauso ergeht.

Besonders freut mich, daß ich bei dieser Arbeit in die Vollen greifen darf. Man sagt mir ab und an einen gewissen Hang zu expliziten Beschreibungen von Sex und Gewalt nach. Wem dies an meiner Schreibe nicht gefällt, dem wird auch mein Buch nicht gefallen, teilweise geht’s heftig zur Sache. Aber: Ich verwende derartige Beschreibungen niemals zum Selbstzweck, sondern, um Figuren zu charakterisieren bzw. das Umfeld, durch das sie sich bewegen, zu definieren. Eine Weltkarte, die von barbarischen Völkern beherrscht wird, muß nun mal auch durch barbarische Sitten gekennzeichnet sein, oder?

Jedenfalls hoffe ich, die Schreibarbeit an meinem Fantasy-Projekt in einigen Wochen – vorerst – abgeschlossen zu haben und mich dann wieder anderen Aufträgen widmen zu können. Die Arbeit daran wird mich jedoch  noch bis ins nächste Frühjahr verfolgen, und ich werde begleitend dazu über die Fortschritte auf meiner Homepage schreiben. Inhaltliche Diskussionen mit dem Redakteur und dem Lektor werden ebenso dazugehören, wie z.B. die Erstellung einer Roh-Skizze, die Titelsuche etc.

Alles in allem bin ich sehr, sehr glücklich, dieses Buch schreiben zu dürfen. Es gibt mir die Möglichkeit, mich abseits von Serien-Kosmen auszutoben und Dinge einzubringen, die mir nicht überall möglich sind. Abgesehen davon ist es ein tolles Gefühl, einen dicken Wälzer in der Hand halten zu dürfen, auf dem in riesigen Lettern der eigene Name gedruckt steht …

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